FeedBalancierarm
TechnikBau-Lexikon 1881

Balancierarm OD mit einem aus zusammenscharnirten Stangen gebildeten beweglichen Parallelogramm DB Dverbunden u. die Kolbenstange K ist bei angehängt, während bei B noch eine Pumpenstange P Platz findet. In Fig. 339 ist die Anordnung nur wenig anders. Hier ist O der Drehpunkt des B.s, A der Angriffspunkt des Gelenkstückes B, das bei Bmit der Kolbenstange verbunden ist, an welche bei Eder der ten Drehpunkt an dein Gelenkstück hat, Halaneter mit beweal. D an welchem bei Fdie Pum⸗ Balancier mit bewegl. Drehp. penstange angehängt ist. O, Fund B müssen eine gerade Linie bilden. Die Verbindungsstange D P vervollständigt das Parallelogramm A C D B und dient dazu, die Punkte Du. B in gleicher Entfernung zu halten. Dadurch, daß bei Fnoch ein Gelenk ist, wird die bei Anordnung nach Fig. 338 merkbare Abweichung der Kolbenstange von der geradlinigen Bewegung vermindert. Fig. 340 zeigt einen B. mit beweglichem Drehpunkt, indem hier der einarmige Hebel D G seinen Schwingzapfen in TC„ einem zwischen IIS Führungen gleitenrend außerdem noch ein um den festen PunktAschwingender Gegenlenker D“ vorhanden ist. Die Kolbenstange K ist hier direkt am Ende D des Bis angehängt. In Fig: 341 u. 342 ist eine einfachere Konstruktion in zwei Modifikationen dargestellt; dieselbe ist in neuerer Zeit vom Ingenieur Nehrlich erfunden worden und zeichnet sich durch Einfachheit aus. OD ist wiederum der gleicharmige, um den festen Punkt Oschwingende B. und K die damit verbundene Kolbenstange. Diese hat an ihrem Ende eine thek Heidelberg TCDFC Schleife, womit sie ein Gleitstück umfaßt, in welches ein am B. befestigter Zapfen eingesteckt ist, so daß er sich darin drehen kann. Außerdem ist die Schleife des Kolbenstangenendes durch eine seitliche Verlüängerung noch mit einer kleinen, am B. angreifenden Lenkstange BD oder BD“ verbunden. Im Punkt B kann auch noch eine Pumpenstange Pangehängt werden. Alle diese Vorrichtungen führen aber, wie oben erwähnt, nicht genau, sondern nur angenähert gerade. Eine Konstruktion, welche diesen Fehler nicht hat, aber freilich etwas komplizirter ist, wurde vor einiger Zeit vom Techniker Ljubomir Kleritj erfunden. Sie ist auf den geometrischen Satz gegründet: wenn man eine Gerade so bewegt, daß die Enden derselben auf den beiden Schenkeln eines rechten Winkels gleiten, beschreibt der Halbirungspunkt dieser Geraden einen Kreis, dessen Mittelpunkt mit dem Scheitel des Winkels zusammenfällt und — dessen Durchmesser gleich der Geraden ist. Will man nun das eine Ende ein Fig. 343 einer Geraden e d senkrecht führen, so muß man 1. den Halbirungspunkt b der Geraden, die durch die Lenkstange d repräsentirt wird, mit dem Scheitel a des rechten Winkels durch einen Gegenlenker a b verbinden, um dadurch zu bewirken, daß sich der Halbirungspunkt Kreise um a bewegt, und 2. dem andern Endpunkt d der Geraden eine horizontale Führung geben, deren Richtung durch den Punkt a geht, so daß cad den rechten Winkel darstellt, auf dessen Schenkeln die Gerade edgleitet. Voraussetzung ist hierbei, daß die Horizontalführung des Punktes Cohne gleitende Reibung bewirkt wird; dies geschieht auf folgende Weise. Mit dem Ende d der Lenkstange o d ist ein Zahnsektor o verbunden, der mit zwei nach außen stehenden Zapfen ee und mit zwei nach innen stehenden Zapfen dd in der Weise, wie Fig. 344 andeutet, versehen ist. Ferner ist beiderseits mit den Zapfen ee ein kurzer Lenker verbunden, der seinen festen Drehpunkt in einem am Gestell des Bes befestigten Lager findet, so daß beide Lenker enk gewissermaßen schwingende Kurbeln bilden. Der Sektor o steht mit einer konkav cylindrischen, kurzen Zahnstange hi in Eingriff, deren Halbmesser gleich 2 efist, u. deren Mittelpunkt in kliegt. Da nun du. fin der Peripherie des Kreises dofliegen und e um k sich dreht, während o auf hei sich fortwälzt, so beschreibt der Punkt deine Hypocykloide, die aber in diesem Fall in eine Gerade übergeht, und weil d und kin einem Niveau liegen, so ist diese Gerade auch horizontal. Die Verzahnungen des Sektors und der Zahnstange od. des Gegensektors müssen sehr sorgfältig gearbeitet sein, damit kein todter Gang stattfindet. Meist werden die Bes von Gußeisen angefertigt, selten aus Holz; fast immer haben sie die Form einer sehr langen struktion sehr großer B.s wird häufig Eisenblech verwandt; es liegen dann die Bleche kreuzweise über einander u. sind an den gemeinschaftlichen Stellen durch Nieten verbunden. Ein B. von bedeutendem Gewicht wirkt, ähnlich wie ein Schwungrad, zugleich als Kraftsammler und ertheilt dadurch der Maschine einen gleichmäßigeren Gang; da aber eine Balancierdampfmaschine viel Platz fordert, da ferner die Verbindung von zwei Maschinen, deren Kurbeln unter einem rechten Winkel stehen, in viel höherem Grad Gleichmäßigkeit der Bewegung liefert, so hat man bei vielen atsbibliothek Heidelberg Arten von Dampfmaschinen (3. B. bei den oseillirenden) den B. beseitigt; bei Maschinen von großen Dimensionen u. Effekten, z. B. bei der Woolfschen Expansionsmaschine, ist der B. beibehalten worden. 8. Bei Wassersäulenmaschinen kommen auch B.s vor, u. zwar ist ein solcher bei den zweieylindrischen gleichfalls ein zweiarmiger Hebel, der die beiden Treibkolbenstangen t mit einander verbindet. Bei den eineylindrischen Wassersäulenmaschinen unterscheidetman mechanische u. hydrau-t lische B.s; der erstere ist wieder ein ähnlicher Hebel, bei welchem durch Gewichte eine die Bewegung des Kolbens unterstützende Kraft erzeugt ist; der hydraulische B. da-1 gegen besteht in einer Vorrichtung mit Röhre, in welcher sich eine Wassersäule ansammelt, welche ähnlich balancirend; wirkt, wie beim mechanischen die Gewichte. Seo.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 226Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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