FeedBeharrungszustand
TechnikBau-Lexikon 1881

Beharrungszustand, m., frz. permanence, f., engl. permanency, ist der Zustand, in welchem ein Körper sich eben befindet und aus welchem er nur durch Einwirkung einer Kraft gebracht werden kann. Bes. wird dieser Ausdruck gebraucht 1. vom Wasser eines Flusses od. Baches. Ein solcher ist im B., wenn durch jeden der Querschnitte des Wasserlaufes in gleichen Zeitperioden eine gleich große Wassermenge fließt. ϰνο., v. Wgr.] — 2. Bei Maschinen findet der B. statt, wenn die Geschwindigkeiten aller Punkte der Maschine entweder in allen auf einander folgenden Zeitpunkten, oder in den korrespondirenden Zeitpunkten gleicher aufeinander folgender Bewegungsperioden dieselben sind. Die Bedingung, bei deren Erfüllung ein B. in einer Maschine immer eintreten muß, ist die, daß die vom Rezeptor (Kolben bei der Dampfmaschine, Schaufel beim Wasserrad etc.) aufgenommene Arbeit, entweder in jedem Augenblick oder in jeder von gleichen auf einander folgenden Perioden, gleich ist der von den nützlichen Aund schädlichen Widerständen konsumirten Arbeit, so daß entweder in jedem einzelnen Augenblick weder Kraft zu Beschleunigung noch Widerstand zu Verzögerung der Massen übrig ist, oder daß für jede der Perioden die algebraische Summe der die Massen beschleunigenden Kräfte u. der dieselben verzögernden Widerstände gleich Null ist. Nach der Art u. Weise, wie die Bewegungen bei einer im B. befindlichen Maschine stattfinden, unterscheidet man einen gleichförmigen u. einen periodischen B. Als Beispiel einer Maschine, die meist einen gleichförmigen B. annimmt, ist ein durch Wasserrad oder Turbine betriebener Mahlgang zu betrachten. Dampfmaschinen, Gattersägen, Pumpwerke und dergl. Maschinerien treten, wenn nicht Anlaß zu einem regellosen Bewegungszustand gegeben ist, stets in einen periodischen B. ein. Beim ungleichförmigen B. endlich ist die Bewegung der einzelnen Theile auch ungleichförmig, wie z. B. bei Hammerwerken. Im gleichförmigen B. haben die Massen der Maschinentheile, wenn sie überhaupt der Festigkeit Genüge leisten, keinen Einfluß, wohl aber im ungleichförmigen, indem die Geschwindigkeitsveränderungen im Gang der Maschine um so kleiner ausfallen, je größer die Masse und Geschwindigkeit der Maschinentheile ist. Dem B. ist der Anlauf und der Entlauf der Maschine entgegengesetzt; während des ersteren sammelt die Maschine Kraft, während des letzteren verzehrt sie die früher gesammelte. Sσο. beharzen, akt. 3., mit aufgelöstem Harz überziehen od. tränken; s. d. Art. Anstrich und Harz.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 324Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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