Mechanik, k. frz. mécanique, f. engl. mechanios, pl., Lehre von Gleichgewicht u. Bewegung materieller Körper, ist zugleich eine physikalische und mathematische Wissenschaft; ersteres, insofern sie es mit Körpern und Kräften zu thun hat; letzteres, insofern die erregten Bewegungserscheinungen im Raum vor sich gehen, meßbar sind und daher mathematische Behandlung erfordern. Während die Mathematik sich aus den Begriffen des Raumes und der Zahl sowie aus einigen Grundsätzen vollständig entwickeln läßt, erfordert die gesamte M. außer jenen Begriffen noch die der Zeit, der Materie und der Kräfte, und läßt sich auf folgenden drei Grundsätzen vollständig aufbauen: 1. Die bewegenden Kräfte verhalten sich wie die Massen der bewegten Körper und die denselben ertheilten Beschleunigungen. 2. Wenn ein Körper zugleich von hwei bewegenden Kräften ergriffen ist und eine Zeit lang bewegt wird, so ist sein schließlicher Ort eben derselbe, als wenn jene Kräfte hinter einander eben so lange auf ihn gewirkt hätten. 3. Wirkung und Gegenwirkung sind einander gleich. Wenn ein System von Kräften auf einen Körper wirkt u. keine Hindernisse thätig sind, so geräth entweder der Körper in Bewegung oder bleibt trotz der Kräftewirkungen in Ruhe. In letzterem Fall sind die Kräfte und der Körper im Gleichgewicht. Hieraus ergiebt sich die Eintheilung der M. in die Statih, die Lehre vom Gleichgewicht, und in die Bhnamik, die Lehre von der Bewegung. Einen weiteren Eintheilungsgrund liefert der Aggregatzustand der ergriffenen Körper, und so entstehen folgende Theile der M.: 1. Geomechanik, M. fester Körper, getheilt in a) Geostatik, Lehre vom Gleichgewicht, und b) Geodynamik, Lehre von der Bewegung fester Körper. 2. Hydromechanik od. Hydrau. lik, getheilt in ) Hydrostatik, Lehre vom Gleichgewicht; d) Hydrodynamik, Lehre von der Bewegung tropfbarer Flüssigkeiten. 3. Akromechanik, getheilt in e) Asrostatik, Lehre von dem Gleichgewicht, und 4) Asrodynamik, Lehre von der Bewegung luftförmiger Körper. Oft faßt man auch die Asrostatik mit der Hydrostatik, die Adrodynamik mit der Hydrodynamik zusammen.