FeedBrauküche
Haus & KücheBau-Lexikon 1881

Brauküche, k. diese enthält die Braupfanne, oft auch den Maischbottich, eine kleinere Pfanne zum Hopfenkochen und hinlänglich Platz zum Reinigen der Fässer und des Geschirrs; die B. muß 4, —6 m. hoch, womöglich gewölbt sein, mit einer Seite gegen Nord od. Nordwesten liegen; Helligkeit und leicht zu verschaffender Luftzug sind Haupterfordernisse. Die Fußböden sämtlicher Räume, in denen Bottiche stehen, müssen abhängig gemacht werden, u. zwar so, daß der Bottich auf dem höchsten Punkt steht. Die Küche einer kleineren Brauerei soll inel. Pfanne u. Gefäße ungefähr die 12fache Grundfläche haben, als die Grundfläche des größten Bottichs beträgt; wird aber der Maischbottich gleichzeitig als Zapfbottich gebraucht, so reicht ungefähr die ofache Grundfläche des Bottichs aus. Graukufe, f., s. d. Art. Braubottich. raun, frz. brun, engl. brown. Das B. gehört weder zu den Hauptfarben, noch zu den prismatischen Brechungen, sondern ist ein nach dem Schwarz zu abgetöntes Gelb; wenn es nach anderen Farben hin schimmert, so ist dies besonders zu erwähnen, z. B. Rothbraun, od. es wird dann auch nach ähnlich gefärbten, allgemein bekannten Gegenständen benannt, Nußbraun, Zimmetbraun etc. B. als Farbe des Schattens und Schmutzes ist weder in der Heraldik, noch in der Symbolik verwendet worden, obwohl es als Symbolisirung der Bescheidenheit u. Sanftmuth verwendbar wäre und auch wohl einen Anstrich der Trauer .hat. Das B. auf antiken Malereien beweist sich stets bei rgenauer Untersuchung als ein Gemisch von Ocher u. anderen Erden in rohem od. gebranntem Zustand mit Kohlenaschwarz. In neuererzeit hat man sehr viele Mittel zu Erzeugung der braunen Farbe. Die hauptsächlichsten sind: T4. Braune Saftfarben. 1. Sepia (s. d.). Vegetabilische „Säuren haben keine Wirkungen auf die Sepia, starke mineralische machen sie noch mehr braun. Man reibt dieselbe auf einer Glasschale zu feinem Pulver, macht dies durch bliothek Heidelberg DFC eine starke Aetzlauge zu dickem Mus u. setzt unter fortwährendem Reiben auf 1 g. Sepia 30 g. Lauge zu; dann kocht man sie, unter fleißigem Umrühren, in einem irdenen Gefäß eine halbe Stunde lang, filtrirt sie durch trockenes Druckpapier, süßt den Rückstand aus, gießt das Aussüßwasser zu der andern Brühe, vermischt es mit zweimal so viel Wasser u. tröpfelt so lange Schwefelsäure hinzu, als ein brauner Niederschlag erfolgt. Nachdem es 24 Stunden ganz kalt gestanden, gießt man die klare Flüssigkeit davon weg und dampft den Niederschlag bis zur Trockenheit ab. Das so erhaltene braune Pigment wird mit Gummiwasser angemacht. — 2. Sepienähnliche Pigmente erhältman, wenn man leichtentzündliche Thier-u. Pflanzenstoffe, z.B.Wolle, Zucker, Gummi, ausgenutzte Gerberlohe, verkohlt, fein pulverisirt u. dann sobehandelt wie Sepia. Durch größere od. geringere Verkohlung erhält man verschiedene Nuaneirungen. — 3. Roßkastanienbaumrinde, grob gestoßen, mit hinreichendem Wasser eine Stunde gekocht, die Brühe abgeseiht, mit Gummi arabieum versetzt u. eingedickt. Diesen Saft schwitzt der Baum manchmal von selbst aus: die äußeren dicken Schalen der welschen Nüsse geben ein ähnliches B.; s. d. Art. Nußbeize. — 4. Eingedickter Süßholzsaft, Kaffee-Extraßkt, Absud von Ruß, Tabahssaft, überhaupt viele gerbstoffhaltige Pflanzentheile geben durch Auskochen braune Farben, wohin auch das Katechu gehört; der im Wasser auflösliche Theil des Gummikino giebt eine rothbraune Farbe. — 5. Branner Karmin, eine Auflösung von Kölnischem B. (s. B. 6) in starker Lauge mit konzentrirter Zuckerauflösung versetzt; mit wenig Wasser löslich. Diese Saftfarben lassen sich größtentheils nur mit Wasser, Essig oder Gummi abreiben, nur wenige davon gehen eine Verbindung mit Oel ein, u. diese können dann nur als Lasuren verwendet werden, da sie durchsichtig sind. B. Braune Oelfarben. 1. Brauner Lack ist in geriebenem Zustand für das Auge sehr angenehm; mit Weiß aber ver2. Schittbraun erhält man durch Abkochen verschiedener Baumrinden, ist schwierig zu reiben, muß vorher pulverisirt u. 24 Stunden lang eingeweicht werden. — 3. Kastanienbraun in Oel. Man mischt rothen Ocher und Schwarz; wünscht man die Farbe heller, so setzt man gelben Ocher zu. Um der Farbe einen größeren Reichthum zu geben, kann man statt des rothen Ochers Zinnober nehmen, statt des gelben Ochers Steingelb zusetzen. — 4. Mumie. Sie ist beständig, von sehr gefälligem Ton, bes. mit etwas Ultramarin vermischt. Zum Farbengebrauch muß man solche Mumienstücke aussuchen, welche dunkel u. glänzend auf dem Bruch sind. In trockenem Zustand u. beim Reiben giebt die Mumie einen starken Geruch, der eigenthümlich u. mit keinem andern vergleichbar ist. Vor dem Gebrauch muß sie zerstückelt u. etliche Tage im Wasser eingeweicht werden. Das obenstehende Unreine wird abgegossen, dann wird die Mumie in Wasser gerieben, auf einem Filter 6—8mal ausgewaschen, hierauf sorgfältig getrocknet, pulverisirt u. in einem Glas, gut verschlossen, zum Gebrauch aufbewahrt. — 5. Asphalt (s. d. XVIII.). — 6. Kasseler Erde (Kölnisches Umbra, Köln. B.), schwarzbraun, seinerdig u. zerreiblich. Bis zum Glühen erhitzt, entzündet sie sich u. verglimmt dann unter Verbreitung eines bituminösen Geruchs, mit Nachlassung einer geringen Menge weißer Asche. Diese Erde giebt in der Glasmalerei einen durchsichtigen, gefälligen Ton, ist aber unbeständig, indem sie leicht in Grau übergeht, auch durch die übrigen Farben mit der Zeit hervortritt. Wenn man die Kasseler Erde in einem Tiegel gut verschließt u. verschiedenen Hitzegraden aussetzt, so erhält man verschiedene braune Farbennuancen, bei stärkerer Hitze aber eine tiefbraune Farbe; es wird sich in der Farbe ein Flammenfeuer entwickeln u. so lange fortglimmen, bis die brennbaren Stoffe daraus verbrannt u. verflüchtigt sind; dann läßt man sie erkalten, reibt sie in Wasser, wäscht sie noch etliche Mal mit warmem Wasser aus und bewahrt sie in gut trockenem Zustand auf; man kann sie nachher mit größtem Vertrauen anwenden. O. Braune Körperfarben. 1. Asphalt, auch als Lackfarbe verbraucht; s. d. Art. Asphalt. — 2. Bister (s. d.). — 3. Branner Ocher, s. d. Art. Ocher. — 4. Umbra (J. d.). — 5. Mangan, s. d. Art. Braunstein. — 6. Braun aus Berliner hlan wird dargestellt durch Abtreibung des blauen Farbestoffs mittels Erhitzung oder durch Ausziehung mittels einer alkalischen Lauge. Dieses Braun ist durchsichtig, trocknet rasch, ist sehr dauerhaft u. giebt, mit den anderen Pigmenten gemischt, sehr schöne Farbenabstufungen. — “. Braune Nelkenfarbe (Pink-colour). 60 g. Zinn werden durch Salpetersäure in Zinnoxyd verwandelt, 3 g.chromsaures Kali in 60 g. Wasser gelöst, in der Lösung 120 g. Kreide u. 60g. gemahlener Quarzzerrührt, Alles zu Breiform gekocht u. das Zinnoxyd hineingerührt, die gelbe Masse getrocknet u. einige Stunden lang im Windofen scharf geglüht; nun erscheint sie dunkelroth, wird fein gemahlen u. nochmals geglüht, dann wiederum auf einer nassen Mühle gemahlen, ausgewässert, filtrirt u. getrocknet. —8. Zranner Farbestoff aus Steinkohlentheer. Das aus Steinkohlentheer gewonnene Orangeroth (s. d.) vermischt man mit dem 15bis 20fachen Gewicht Nordhäuser Schwefelsäure, läßt die Mischung 24 Stunden stehen und verdünnt sie dann mit Wasser; durch Einwirkung von Chromsäure od. Salpetersäure in der Wärme wird sie intensiver braun. Die meiste Anwendung finden alle diese Farben in der Oelmalerei s. daher unter B. MIS. D. Braune Glasmalerfarben bestehen meist aus Eisen. Geeignete Mischungen sind: Eisen u. Zink, jedes in Salzsäure gelöst, mit Wasser verdünnt und durch kohlensaures Kali gefällt. Nachdem der Niederschlag getrocknet u. ausgewaschen ist, mengt man gestoßenes Krystallglas zu. Auch Kobaltoxyd, mit Manganoxyd u. Eisen gemengt, aufgelöst u. mit Krystallglas versetzt, giebt ein schönes B. SMe.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 467Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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