Camera, f. im Mittelalter auch camara, f. lat., vom griech. μαοα, irz. chambre, span. camara, 1. gewölbte Decke, s. Decke. — 2. Ueberwölbter Raum, gewölbter Aquädukt, gewölbte Schatzkammer, dann überhaupt Gemach, Kammer (s. d.); Cc. clericorum, e. paramentorum, s. v. w. Sakristei (s. d.). — 3. s. v. w. Boiserie; mehr s. in M. M. a. W. — 4. Im Mittelalter ein Feldmäß. — 5. C. clara od. Iucida, Apparat zu Erleichterung des Zeichnens nach der Natur, dessen wesentlichster Bestandtheil ein vierseitiges Glasprisma ist. Die horizontal eintretenden Strahlen werden so zurückaeworfen, daß sie in vertikaler Richtung austreten u. ins Auge des Beobachters fallen, geben aber leicht ein verzerrtes Bild, vgl. den Art. Perspektive u. Naturzeichnen. — 5. C. obscura ist ein Apparat zu ähnlichem Zweck, bei welchem aber die eintretenden Strahlen auf eine in der Vorderseite eines Kastens vertikal stehende konvexe Linse fallen, durch diese auf einen ebenen Spiegel im Innern des Kastens, der unter einem Winkel von 45e geneigt ist, geworfen werden, von welchem aus sie dann vertikal in die Decke des Kastens gelangen u. das Bild der Außenwelt abspiegeln. Der Kasten selbst dient, das seitliche Licht abzuhalten, daher der Name dunkle C. Ist die Decke von mattgeschliffenem Glas, so kann man, wenn man dünnes Papier auflegt, gleich darauf zeichnen. Bei anderen ist der unter 45° geneigte Spiegel auch außerhalb angebracht u. fängt zuerst das Licht auf, um es auf die Linse zu reflektiren. Die O. obscura ist zur Photographie benutzt worden, indem man die chemischen Eigenschaften der Lichtstrahlen zu Zersetzung gewisser chemischer Verbindungen benutzt hat.