FeedChlorkalk
NaturlehreBau-Lexikon 1881

Chlorkalk, m., Chlorkali, Chlornatron, n., frz. chlorure othek Heidelberg m. de chaux, de potasse, de soude, engl. chloride of lime, of potash, of soda. Diese drei Körper sind Verbindungen von unterchloriger Säure mit Kalk, Kali od. Natron. In ihren Wirkungen und chemischen Eigenschaften sind sie einander ähnlich. Man stellt im großen diese Verbindungen dar, indem man Chlorgas auf gelöschten Kalk, auf kohlensaures Kali (Potasche) oder auf kohlensaures Natron (Soda) einwirken läßt, wobei sich eine Verbindung des Chlors mit Sauerstoff, die unterchlorige Säure, bildet, welche sich mit einem Theil der genannten Basen zu unterchlorigsauren Salzen vereinigt. In der baulichen Technik kommt besonders der Chlorkalk, unterchlorigsaurer Kalk oder Bleichkalk, frz. chlorure de chaux, poudre à blanchir, engl. chloride of lime, bleaching-powder, in Anwendung. Er dient zum Bleichen der Leinwand, der Papiermasse etc. sowie als Mittel, um faulige organische Gerüche und Miasmen zu zerstören, z. B. Luftreinigungsmittel in Ställen gegen Viebseuche, auch zu Vertilgung der Fliegen, Raupen, Ratten, Mäuse etc., am zweckmäßigsten ist es, zu diesem Behuf mit Chlorkalklösung benetzte Zeuge in den betreffenden Räumen aufzuhängen. Auch zum Vertreiben der Feuchtigkeit aus neuen Räumen wird er angewendet, wo dann auch seine Gewichtszunahme als Messungsmittel für die vorhanden gewesene Feuchtigkeit benutzt werden kann. Um freiwillige Zersetzung des Ch.s zu verhindern, mahlt man ihn unter vertikalen Mahlsteinen und preßt ihn in Gefäße ein. Bei Anwendung muß er dann nochmals pulverisirt werden.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 48Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 12

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Naturlehre 6