FeedChlorkalium oder Kaliumchlorid
NaturlehreBrockhaus 1882

Chlorkalium oder Kaliumchlorid, s. unter Kalium (Verbindungen). caria chlorata), eine Verbindung von Chlor mit Kalkhydrat von ungewisser chem. Konstitution. Scheele, der Entdecker des Chlors, erkannte bereits die bleichende Wirkung, welche dasselbe auf Pflanzenfarben ausübt, die technische Verwendbarkeit dieser Eigenschaft wurde 1785 von Berthollet gezeigt, welcher für diesen Zweck Chlorwasser anwandte. Da aber das Wasser nur eine verhältnißmäßig geringe Menge von Chlor aufnimmt, so sah man sich bald nach einem andern Absorptionsmittel um, durch welches es zu ermöglichen sein würde, eine größere Menge von Chlor in ein kleineres Volum zu bringen, um so ein versandfähiges Präparat darstellen zu können und nicht mehr den Konsum von der Stelle der Produktion abhängig sein zu lassen. Als solches wurde schon 1789 eine Lösung von kohlensaurem Kali angewandt, die unter Bildung von unterchlorigsaurem Salz (s. Chlor,⸗Verbindungen, 2 a) das Vielfache an Chlor im Vergleich zum Wasser aufzunehmen vermag; die mit Chlor gesättigte Flüssigkeit bildete lange unter dem Namen Dan ellsche Lauge einen nicht unbedeutenden Handelsartikel. Von größter Tragweite wurde bald darauf die Entdeckung Tennants, daß das Chlor sich in großen Mengen an Kalkhydrat binden lasse und damit ein an wirksamem Chlor reiches, trockenes Pulver bilde. Hiermit (Tennants engl. Patent ist vom 30. April 1799 datiert) war der Grundstein zu einem der wichtigsten Zweige der chem. Großindustrie gelegt, die sich von kleinen Anfängen so entwickelt hat, daß die heutige Produktion an C. allein in England mehr als 100000 t jährlich beträgt. C. entsteht immer, wenn Chlor mit Kalkhydrat zusammentrifft, und es läßt sich der dabei stattfindende Prozeß auf einfachste Weise durch folgende Gleichung ausdrücken: Üüber die chem. Konstitution der Verbindung Caoche- HeO sind sehr verschiedene Ansichten aufgestellt worden, während manche Thatsachen dafür sprechen, sie als ein Gemenge von unterchlorigsaurem Kalk und Chlorcalcium zu betrachten, wonach dem C. die Formel Ca(CI0). CaCh 2H20 zukäme, so ist diese Konstitution aus andern Gründen doch anzufechten. Es ist jedoch hier nicht am Orte, auf die weitläuftige, diesen Gegenstand betreffende Polemik weiter einzugehen. Mit ganz vereinzelten Ausnahmen wird das zur

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 322Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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