FeedDachflechte
PflanzenreichBau-Lexikon 1881

Dachflechte, f., Dachmoos, u. So nennt man im gewöhnlichen Leben alle diejenigen Flechten, welche auf dem Dache wachsen. Sie gedeihen besondexs an solchen Stellen, die iglit / mothes 1882bd?2/0124 dem anschlagendem Wetter ausgesetzt sind, u. in Gebirgsgegenden, die viel Nebel haben. Die Samensporen, aus denen sie entstehen, werden vom Winde herbeigeweht. Da sich die Feuchtigkeit unter ihnen länger hält, befördern sie die Fäulnis der Holzschindel und das Zerfallen der Ziegel und müssen deshalb womöglich jährlich durch Abkratzen entfernt werden. Je nach den Gegenden sind es verschiedene Arten. Die gemeinsten in Deutschland sind die hellgelben, die Mauerschüsselflechte (Lecanora murorum),Fig. 1316, die gemeine Wandflechte (Parmelia parietina), Fig. 1317, die Felsenwandflechte (P. saxatilis), Fig. 1318,u. s. w. Zu ihnen gesellen sich auch mehrere Moosarten, z. B. das Mauerschraubenmoos (Basbula muralis), das gemeine Polstermoos (Grimmia pulvinata), das gemeine Knotenmoos (Pergum caespiticium) u. a.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 114Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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