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BaukunstBau-Lexikon 1881

Deche, frz. plancher plein, plancher hourdée. Die Zwischenräume der Balken werden ganz flach mit gebrannten Steinen ausgewölbt (ausgerollt), weshalb man die Balten zur besseren Anlage der Steine nach oben etwas schräg behaut, s. Fig. 1358. Wegen des großen Gewichts wird diese Konstruktion nur selten noch angewendet; obgleich man neuerdings versucht hat, diesem Uebelstand dadurch abzuhelfen, daß man statt der Ziegel besonders geformte hohle Thonsteine (s. Fig. 1359 u. 1360) verwendete, worauf man entweder nach Fig. 1359 die Balken unten verschalt od. nach Fig, 1360 auch an die Balken dergleichen bibliothek Heidelberg * FC Thonsteine é befestigt. Solche Decken sehen gut aus und schützen die Balken bis zu einem gewissen Grad vor Feuer. Bei Darmstadt werden sie viel angewendet. — 7. Bohlendecken. a) Langholzbohlendecke, Bohlenbogendecke, in Holz nachgeahmtes Gewölbe. Es werden Rippen oder Gurtbogen aus Bretern od. Bohlen konstruirt, unterhalb mit Latten beschlagen und geputzt. b) Hirnholzbohlendecke, wirkliches hölzernes Gewölbe, besteht aus lauter geraden Bohlen, welche im Querschnitt keilig bearbeitet, auf Lehrbögen neben einander gelegt und mit einander verdobelt werden, s. Fig. 1361. Wenn die Lehrgerüste weggenommen werden, hält sich das so erzeugte Holzgewölbe frei; beim Zusammentrocknen wird sich der Scheitel etwas senken, beim Feuchtwerden ein wenig heben; Nr. jeder jeder der We ent des Welle Welle Bleche ewich, 2 Wellen Profils in in in pro 10 in auf mm. mm. mm. mm. . bezogen. Die Trägerwellbleche sind demnach eine verstärtte Modifikation der gewöhnlichen Wellbleche. Zu Herstellung von D.n geeignetes Trägerwellblech wirdz. B. von Hilgers in Rheinbrohl in den in vorstehender Tabelle mit A E bezeichneten 5 Hauptprofilen gefertigt, innerhalb deren auch Modifikationen möglich sind, da die Blechstärke nach Belieben aus nachstehender Tabelle gewählt werden kann. Profil CO. geben wir in Fig. 1366 in halber natürlicher. Größe. Konstruirt man die Kräfteparallelogramme für den Widerstand ziemlich flacher Wellen, und dann für HEIDELBERG O Universitatsb dabei bleiben die Fugen immer dicht, und diese Den sind daher sehr zu empfehlen; unten werden sie nicht berohrt, sondern gehobelt. 6) Steinerne Decken. 1. Gewölbe, die verbreitetsten und am häufigsten vorkommenden unter den Steindecken; s. d. Art. Gewölbe. 2. Ganz flache, zwischen Eisenträgern oder Gurtbogen eingespannte und demnach fast feuerfeste Decken werden, nach einer neueren Erfindung, durch zwei in Cement verlegte Schichten eigenthümlich geformter, in einander eingreifender u. sich gegenseitig unterstützender Ziegel hergestellt, u. zwar auf verschiedene Art. a) Die hierzu verwendeten Ziegel (Fig. 1362) sind vom gewöhnlicher Größe, achteckig; an u. unter dem Knopf in der Mitte setzt sich die obere Platte fest, wie Fig. 1363 zeigt. b) Zwei über einander verblattete Ziegellagen, mit versetzten Stoßfugen, wie Fig. 1364 zeigt; die einzelnen Ziegel sind 6—10 em. stark u. kehren die glatten Flächen nach außen. Beim Verlegen füllt man den Zwischenraum à mit Cement aus; die Bogen werden 2—3 m. weit, bei 10 —15 m. Stichhöhe zwischen die Mauern oder zwischen eiserne Iförmige Träger eingewölbt. Man hat aus dergl. Ziegeln ganze Gebäude hergestellt, und zwar Wände, D.n und Dach. Die Zimmerung dieser Häuser besteht blos aus Ecksäulen und Mauerlatten, Thür⸗ und Fenstergewände sind gleichfalls aus Formziegeln. ) Eiserne Decken. 1. Ganz eisern. Eiserne Träger werden mit Gußeisenplatten überlegt. Für Wohnräume nicht zu empfehlen, auch nicht feuersicher, weil sie glühend werden. 2. Aus Eisen und Holz. Die Balken sind von Eisen, Einschub, D. und Fußboden von Holz. 3. Decken aus Eisen und Stein kann man beinahe absolut feuersicher herstellen, und zwar, indem man ein System von Unterzügen oder Trägern aufbringt und die Zwischenräume entweder durch Gewölbe schließt oder mit Steinplatten überdeckt. Das letztere Verfahren ist kostspielig; s.übr. d. Art. Eisenbau. 4. Decken mit Benutzung der verzinkten Trägerwellbleche. Erst in neuester Zeit findet das Trägerwellblech als Deckmaterial, obgleich schon seit 1870 vielfach empfohlen, die verdiente Beachtung auch in Deutschland. Sobald beim Wellblech die Wellenhöhe gleich der Wellenbreite ist, und mehr noch, je mehr sie darüber hinaus wächst, erhält das Wellblech eine Tragfähigkeit, welche es neben seinem Eigengewicht noch verhältnismäßig größere Lasten tragen läßt. Folgende Tabelle giebt einige Daten: Zulässige Belastung pro qm. in kg. bei gleichmäßiger Vertheilung 28⁰ 320 460 72⁰ 1300⁰ 2900 376 42⁵ 600960 171³3 3850 55⁷ 630 910 1425 2530 570⁰ 716 815 11751853 3260 72333 940 1070 1541 2408 428⁰ 9631 1361 1616 2230 3486 6198 13945 19672238öä3223 5038 8953 20144 steilere Wellen bis zu solchen mit senkrechten Wänden, so nähert sich bei ersteren die Wellenlinie mehr oder weniger der Richtung der mittleren Resultante, bei letzteren mehr und mehr der Richtung der senkrechten Komponente, bis sie schließlich mit ihr zusammenfällt, d. h. in dieser Gestalt ist das Wellblech am besten zum Tragen geeignet. Bei gleichen Wellenbreiten wächst demnach mit zunehmender Wellenhöhe auch die Tragfähigkeit. Trägerwellbleche wurden in Belgien von Aug. Lassence & Co. schon im Jahre 1865 fabrizirt, und für zahlreiche Nr. Natürliche Dicke. mm. kg. 1 5,50 44/0 3 4/0 36, 5 4,00 32,0 8 26, 9 —5 11 2,50 20½ 14 — 23 040 24 750 7⁰0 Die am meisten gebrauchten, von Nr. 12—21,1000 mm. breit, 2000mm. lang, von Nr. 21½ —24, 800 mmn. breit, 1600 mm. lang, befinden sich in genannter Fabrik auf Lager; die erreichbaren größten Blechdimensionen sind: Nr. 1—20 800 mm. breit, 4000 mm. lang. . 2 1000 „ „ 3000 „ „ 21½ 24 800 „ Brückenbauten als tragende Konstruktion verwendet. So sind im Jahre 1867 die St. Leonhardbrücke zu Lüttich und eine Brücke zu Vise über die Maas, die Dendrebrücke zu Termonde, die Gürtelbahnbrücken bei Lüttich, ein Eisenbahnviadukt bei Tournay u. a. m. mit seinem Material l gebaut worden. Versuche ergaben für Bleche von 1/6 Länge, 0,4 m. Breite und 4 mm. Dicke mit 5 Wellen von 55 mm. Höhe u. Breite eine 4½mal größere Belastungsfähigkeit als für Eisenbahnbrücken erforderlich ist. Eine Decke aus Trägerwellblech kann als Ersatz von Gewölben betrachtet werden u. bewährt sich nicht nur als höchst tragfähig, sondern auch als durchaus feuersicherer Abschluß. Die Herstellung der Din geschieht bei schmalen Räumen, 3z. B.Korridoren etc., nach Fig. 1367, indem man die Bleche mit ihren Enden vermauert, dann einen Kalkästrich auf: bringt etc. Größere Räume müssen erst durch LTräger in Fache eingetheilt werden, s. Fig. 1368; eine etwa gewünschte untere Verschalnng der D. wird mittels Schrauben an das Wellblech befestigt. 8) Decken aus Gußmörtel. In den zu überdeckenden Raum wird ein der Deckenform entsprechendes, dicht ver-ELBERG O Universitatsbiblioth. chaltes Gerüst aufgestellt, auf welches dann ein schnell erärtender Cementmörtel oder Traßmörtel aufgetragen hird; nach vollständigem Erhärten wird das Gerüst mit zorsicht hinweggenommen. Schon die Römer kannten ieses Verfahren, welches im Mittelalter selbst auf ziemich große Gewölbfelder angewendet ward. Die einzige Schwierigkeit liegt dabei in der Glätte, dieman dem Gerüst eben muß, um die untere Fläche des aufgegossenen Mörels dann gleich als Putzfläche beibehalten zu können.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 142Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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