FeedDrahtziehen
TechnikBau-Lexikon 1881

Drahtziehen, u., frz. tréßlage, m., tirage de fil engl. wire-drawing. Das D. wurde im 14. Jahrh. in Nürnberg erfunden und geschah zunächst auf Handziehbänken; jetzt geschieht es in der Drahtmühle, Drahthiftte od. dem Draht. hammer, frz. tréhlerie, engl. drawing-mill, wire-mill auf einer Maschinenziehbank, Drahtziehbank, Drahtzug, Oraht. stuhl, frz. Hliere, engl. draw-bench, ital. filiera, d. h. einer langen Tafel, an deren einem Ende das Zieheisen, eine Stahlplatte mitkonischen Löchern, befestigt ist, durch welche liglit / mothes 18820d?/0184 DOE zugespitzte, vorher auf dem Walzwerk zu quadratischem Querschnitt zugeschnittene Metallstreifen, die Prahtriemen, mit der Spitze eingesteckt, dann an dieser Spitze von einer Drahtzange, Ziehzange, frz. pince, engl. plier, gepackt u. hindurchgezogen werden indem die Zange entweder an dem Laufband einer Welle oder an einer Zahnstange (s. Fig. 1439) befestigt ist und 6—9 m. fortgezogen wird; dünnt, so kommt er auf die Scheibenzie hbank(s. Fig. 1441/ frz. filiere à bobine, engl. drumbench, ital. argano, wo er von der Spule 1, frz. bobine, engl. drum, durch die Zieheisen 2, frz. filière à tirer, engl. draw-plate, auf die Walze oder Scheibe gezogen wird, um die er sich aufwickelt. Starke Drahtsorten lassen sich auch walzen, wenn die Walzen halbrunde Rillen haben, wobei natürlich sowohl auf den Walzen als im Zieheisen zuerst die weiten Bahnen benutzt werden, worauf der Draht immer engere passirt. Die übrigen Einrichtungen der Drahthütten gleichen denen anderer Hüttenwerke (s. d.). Urninage, k., oder Dränirung, frz. drainage, m., engl. draining, Entwässerung durch unterirdische Ableitung stagnirender Grundwässer auf der im Untergrund liegenden, undurchlässigenSchicht, auf welcher man hohle Räume, Drains, frz. drain, m., rigole f. souterraine, engl. drain, under-drain, herstellt, in denen das Wasser Abfluß findet, resp. abgezapft wird. Man entwässert hiermit auf unterirdischem Weg Felder, Wiesen, Gottesäcker, Gärten etc. Die ältere D. wurde in der Weise hergestellt, daß man auf dem nassen Grundstück tiefe, bis zur undurchlassenden Schicht reichende Gräben einschnitt, die Sohle derselben mit Faschinenreisig, Kies oder größeren Steinen, überhaupt mit einem Material belegte, welches in seiner Zusammenstellung hohle, unter sichzusammenhängende Räume bildete. Auf dieses Material wurde sodann der ausgehohene Boden geschüttet, die Gräben wieder ausgefüllt. Dieser Methode geht aber die Dauerbarkeit ab und wendet man sie daher meist nur zu vorübergehenden Zwecken an. Am wirksamsten und meist verbreitet istdie D. mittels Röhren aus gebranntem Thon von geringer Länge (25—30 m), welche in der Artan einander gestoßen werden, daß zwischen je zwei derselben immer noch eine sehr schmale Fuge offen bleibt, durch welche das abzuzapfende Wasser in das Innere der Röhrenstränge eindringt Zur Ausführung derselben gehören: 1. Der Entwurf des planes im allgemeinen, der sich nach den gegebenen Gefällen der Grundstücke, dem Grad der Vorflut etc. richtet. — 2. Die Grabenanlage. Zu möglichster Ersparnis von Erdarbeiten macht man den Graben oben 0, —0,86 m. breit; auf der Sohle nur so weit, wie es dem Durchmesser der Thonröhren entspricht. Die Tiefe der Draingräben ist je nach Erfordernis verschieden; durchschnittlich beträgt sie 1,½3 — 1½%½ m. Das Gefälle der Draingräben ist gewöhnlich dasselbe wie das der Fläche; ausgenommen hiervon sind sehr starke Flächengefälle, in welchem Fall der Draingrabensohle eine schwächere Neigung zu geben ist, etwa 2,, auf 1000 oder 3 auf 1000. Betreffs der Richtung der Gräben (od. Röhrenleitungen) ist als Regel zu beachten, daß die Draingräben so weit als möglich parallel neben einander stets in das Hauptgefälle der Grundstücke (also rechtwinklig auf die abgesteckten Horizontallinien) zu legen sind. Infolge dessen wechselt die Richtung der Draingräben mit der Neigung des Terrains. Dies gilt jedoch nur für die Saug- od. Nebendrains, welche das Wasser aus der ganzen Fläche aufnehmen und dasselbe den Haupt⸗ oder Sammeldrains zuführen, die es wiederum nach einem offenen Graben oder Bach dirigiren (s. Fig. 1442). Die Grabensohle der Hauptdrains muß um 0,5 —0,% m.. tiefer liegen als die der Saugdrains. Die Entfernung der Drains von einander hängt lediglich ab von der Menge des vorhandenen Grund⸗ und Tagewassers, der Beschaffenheit des Untergrundes, der Tiefe und dem Gefälle der Gräben, der Länge der Leitung und dem Röhrenkaliber; sie wechselt zwischen 7 und 20 m. Als ungefährer Anhalt diene nachstehende Tabelle nach Gropp (die Mäße sind in Fuß angegeben, weil man sie meist blos abschreitet): 1. Thonboden mit 40—50 % Sandgehalt und Mergel 2. Lehmboden mit 30—40 % Thon 3. Sandiger Lehmboden mit 1830/ Thon, bei Th 4. Lehmiger Sandboden mit 10—18 / Thon bei Th 5. Desgleichen bei Quellsandunterlage 6. Sandboden mit 0—15 ,, Thon, bei Unterlage von 7. Torfboden, Wiesengrund und Bruchboden, bei hoher 8. Desgleichen mit Lettenunterlagge Nach dem neuerdings empfohlenen System Rérolle u. werden die Röhren mit losen Muffen in die Saugdrains ge a b (Fig. 1443) verlegt u. in Entfernungen von etwa 5m. 9 liegen, quer gegen dieselben u. etwas tiefer, die Sammel-di drains d, an deren Stellen auch Senkgruben, drainingwells, bis in eine etwa vorhandene wasserdurchlassende Unterschicht geführt, treten können. — 3. Das Röhrenkaliber. Je nach der Konstruktion der Pressen hat man Röhren im Durchmesser zu 2,3, 3,25, 3,45, 4,5, 5,0 5, 6,8, 9,,Lu. 10, em. Am meisten werden die Durchmesser von 3,25 u. 3,½ em. angewendet. Stehen größere Kaliber nicht zu Gebote, so hilft man sich in einzelnen Fällen damit, daß man mehrere kleinere Kaliber in der Lage O oder O einbringt oder auch durch Einlegen von Firstziegeln (mit der hohlen Seite nach unten) auf eine Dachziegelschicht; s. auch d. Art. Drainziegel. — 4. Das Legen und Decken der Röhren. Das Legen der Röhren erfolgtentweder mit Legehaken (Fig. 1444) — wie Figur 1445 zeigt — vom Grabenbord aus, oder in Ausnahmefällen mit der Hand durch einen im Graben stehenden Arbeiter. Die Fugen müssen, wenn sie nicht nach Fig. 1443 durch Muffen gedeckt werden, gut auf einander passen und die einzelnen Röhren mit ihrer Unterlage danach behandelt werden. Die Verbindung der Saug drains mit dem Sammeldrain erfolgt am sichersten durch Ausschneiden oder Aushacken von Oeffnungen, welche gut in einander passen, so daß das Wasser aus dem Saugdrain in den Sammeldrain fällt; s. Fig. 1446 u. 1447, oder durch Ansteckung von Stutzen, nach Fig. 1443. — Die Entwässerung durch D. geschieht also in der Weise, daß die in gewisse Abtheilungen gruppirten Saugdrains das Grundwasser anziehen und den Hauptdrains zuführen, welche es in offene Entwässerungsgräben leiten. Die freien Ausmündungen der Hauptdrains (Fig. 1442) sind immer rein zu halten oder (gegen Thiere) mit einem Gitter zu versehen. Die Entwässerungsgräben dürfen nicht mit Sträuchern etc. bepflanzt werden, sind stets sorgfältig zu räumen und haben eine der Bodendichtheit entsprechende Böschungsanlage zu erhalten. — 5. Die Drainwerkzeuge, wie diese am besten nach englischem Muster verwendet werden, sind folgende: Mit dem ersten Spaten (Fig. 1454) hebt man in zwei Stichen die Erdkörper a a in Fig. 1448 aus; den Körper b mit dem dritten Stich; die Ecken oowerden mit einer gewöhnlichen Schaufel abgestoßen. Mit dem zweiten Spaten (Fig. 1453) wird LBERG O Universitätsbibliothek luntergrund .. 24 Fuß 28 Fuß 32 Fuß , Mergel⸗ und oder Mergel-E 60 „ 80 „ Quell⸗ und Triebjm Torflager 40 „ 99 „ 60 „ mit einem ähnlichen, spitzeren Spaten der Körper eausjegraben. Das bei d Abfallende wirdmitdem Schaufeljaken (Fig. 1449) entfernt u. die auf die Sohle fallende , brechen von Steinen dient der „„ Fußpickel (Fig. 1450), zum 0 mung verstopfter Drainröhren gee. schieht mittels eines Gestänges ie einzeln eingefügt werden, so daß der nächste allemal m den Vorgänger angehakt wird; der erste dieser Stäbe jat eine Spitze nach Fig. 1455 od. 1456, 4 sind stählerne Fig. 1444. Fig. 1445. Fig. 1447. Fig. 1448. 1449. 1450. 1451. 1452. 1453. 1454. Federn. Man schiebt und dreht eine Weile, bis man zu fühlen glaubt, daß der verstopfende Gegenstand fest an der Spitze sitzt, und zieht dann das Gestänge zurück. — Noch Einiges über die Anwendung von Drainröhren zur künstlichen unterirdischen Ent⸗ u. Bewässerung s. d. Art. Bewässerung, Entwässerung, Trockenlegung etc. o. Ngr. glit / mothes 1882bd?/0186 Heidelberg DFC

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 174Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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