Feedgemessen werden; der engl. Faden hält 810
TechnikBau-Lexikon 1881

gemessen werden; der engl. Faden hält 810, Par. Linien, der franz. 720 Par. L., der hamburgische 762 Par. L. etc., s übr. d. Art. Klafter und Mäß. — 3. Früheres Kubikmäß für Holz im nördlichen Deutschland, s. Klafter. — 4. (Holzarb.) Langfaser des Holzes, daher auch: „nach dem Faden trennen od. hauen“, für: der Länge nach trennen etc. EFadenkreuz, n., frz. réticule m., engl. hair-cross (Feldm.), besteht aus zwei in den Fernröhren bei Meßinstrumenten angebrachten, sich rechtwinklig in der Sehachse derselben durchkreuzenden feinen Fäden, oft von Spinngewebe, welche in der Brennweite des Augenglases angebracht sind, und dient zu Richtung des Fernrohrs auf einen Gegenstand, indem dasselbe bei Benutzung des Fernrohrs den Gegenstand decken muß. Um zu prüfen, ob die Fäden sich genau in der Seeachse kreuzen, dreht man das Fernrohr, worauf dann das Fadenkreuz ohne Verrückung des Rohrs einen und denselben Punkt decken muß. Der Ring, in welchem das Kreuz ausgespannt ist, kann mittels der darauf befindlichen Schraube in die richtige Stellung gebracht werden. Fadenmalerei, k., 1. Malerei, welche gewebte Stoffe facsimileartig nachahmt. — 2. Stickerei. Cadenstein, m. (Min.), s. v. w. Kalksinter. Fadenstengel, m., schwärzlicher (Catasetum atratum Lind., Fam. Orchideae), sowie andere Arten dieser brasilianischen Gattung von Baumorchideen, liefern in ihrem eingedickten Saft einen brauchbaren Leim. fadmen, abfadmen, trs. Z. (Schiffb.), nach Faden messen. Faex, lat., s. Weinhefe. Fagot, m., frz., Bündel, bes. Reisigbündel, Faschine; fagot de sape, Sappenbündel. Fagot, s., engl., das Bündel, daher 1. das Reisigbündel, die Wase. — 2. Die Schaube oder Schove. — 3. Das Packet Eisen. Fagotaille, f., frz., Buschbett, Reisigbett, Grundbett. Fahl, m. (Hütt.), s. v. w. Spießglanz (s. d.). fahl, adj., s. v. w. falb (s. d.). Fählbleiglunz, m. (Hütt.), s. Bleischweif. Fahlerz, n., frz. cuivre m. gris (Hütt.), Kollektivname für eine Gruppe zusammengesetzter Schwefelmetalle. Die Fie enthalten gewöhnlich Silber, Kupfer, Eisen, Zink, Arsenik, Antimon und Schwefel. Farbe: Stahlgrau ins Bleigraue u. Eisenschwarze, metallisch glänzend. Vor dem Löthrohr schmilzt es zu stahlgrauer Schlacke, unter Entwicklung von Antimondämpfen, schwefliger Säure re. Fahlocher, m., s. Ocher. Fahlstein, m., blasser Schiefer, wird zum Dachdecken gebraucht und seiner Farbe nach so genannt. Fahne, f., frz. enseigne, f., drapeau, pavillon, m., engl. fane, altengl. vane, phane, ensign, 8., colours pl. lat. vexillum, signum, insigne, fana, intersignium eto. Ueber die verschiedenen Formen der Fan u die zugehörigen Benennungen herrscht viel Verwirrung. — I. Nach der Befestigung.a) Das cantabrum bestehtalsvexillumauseinem quadratischen Fahnentuch od. Fahnenblatt an einem Querstab, der fest od. mittels Schnuren am Fahnenstock befestigt war. In dieses vexillum setzte Konstantin d. Gr. das Monogramm Christi, und nun hieß es labarum. b) der Stander, die Standarte, frz. étendard, lat. standardus, deren Blatt fest direkt am Fahnenstockangemacht ist, kommt zuerst unter Karl d. Gr. (mit 4 Spitzzipfeln), unter Otto III. mit einer Spitze vor. e) Die Flagge, frz. pavillon, engl. flag, lat. ventilabrum, wo das Blattzwar auch direkt an den Stock, aber mit Schleifen, Ringen oder dgl. zum Aufziehen befestigt ist, kommt zuerst unter Leo von Byzanz 820 vor. —II. Nach der Form des Fahnenblattes. a) Reichsbanner, landesherrliche F., vorzugsweise étendard genannt, etwas länger als hoch, Fig. 1646. — b) Banner, F. des Bannerherrn, auch Bannier, Panier genannt, frz. bannière, engl. banner, mit quadratischem Blatt, Fig. 1647. — c) Rennfahne, frz. pennon, engl pennon, F. der Ritter, welche 20 Mann mindestens ins Feldführten, Fig.1648.—d) Spitzfahne, Fähnlein, Wimpel frz. flamme, engl. penoncle, pensil, pensell (wenn sehr kurz: pavon), lat. flammula, fochus, s. Fig. 1649. F.der role, engl. quydhomme, guydon, bannerol, lat. guido, Fig. 1650, bes. bei Begräbnissen gebraucht. — k) Hing der Rundbanner an einem Querstab, so hieß er cornette; dieser wurde spä ter bei der Reiterei eingeführt u. nun Standarte gen. — g) Hing der Banner an einem Querstab, Fig. 1651, so hieß er frz. gonfalon, gonfanon, engl. gonfannon, lat. guntfano, confalo. — h) Läuft das Tuch in eine Spitze aus, Fig. 1652, so heißt der Stander flamen; i) mit drei Spitzen, Fig. 1653, lat. tritlamen. Die drei letzten Formen sind für Kirchenfahnen gebräuchlich; die ebenfalls oft so abgebildete Oriflamme hatte vielmehr die Gestalt eines Standers mit 4 Zipfeln. Ueber die historische Entwicklung findet man Näheres in M. M. a. W. In der Baukunst kommen Fin fast nur als Wetterfahnen, franz. girouette (s. d.), vor; vergl. d. Art. Anemoskop. Dieselben haben entweder die Form eines Flügels, frz. Hlouèet, m., flouette, f. engl. vane, fane, d. h. sie haben nur an einer Seite einen viereckigen, bannerähnlichen Blechlappen, Fahnenblatt, nach der andern Seite hin nur ein Gegengewicht, od. die Form einer Rennfahne, frz. pennon, d. h. eines Vierecks mit oben angesetzter zipfelartiger Verlängerung; oder endlich sie haben nach beiden Seiten hin Blechlappen, wo dann aber der eine kleiner sein muß. Fahnenbaake, f. s. Baale 1. c. Fahnenstock, m. Fahnenstange, k. Frz. kät m. de pavillon, de girouette, engl. vane-shank, s. d. Art. Wetterfahne. Fahrbahn, f., 1. einer Straße, frz. chemin m. roulant, engl. cart-way; — 2. einer Brücke, frz. aire d'un pont, engl. road-way, bridge-road. Bei Brücken und Straßen liegt die F. etwas tiefer als die Trottoirs oder Fußwege, u. erhält nach der Mitte hin eine kleine Wölbung. Zu dem Pflaster der F. wähle man nur gute, lagerhafte u. möglichst große Steine u. setze sie in regelmäßigen Reihen in schräger Richtung fischgrätenförmig gegen die Längenachse der Straße; s. übrigens d. Art. Brücke, Pflaster, Laufbrücke, Straße und Chaussee. Fahrbrücke, f., Sahu, Bumbam, s. Auflauf und Gerüst. Fahrdamm, m., frz. chaussée, f., engl. cause-way, s. v. w. Chaussee (s. d. und Straßenbau). Führdamm, m., Fährstegel, n. (Straßb.), erhöhter Weg bei einem mit der Fährezpassirenden Flußübergang, auf welchem man auch bei hohem Wasser zur Fähre gelangen kann; wird von Faschinen, Steinen und Kies od. auch von Balken mit darüber gelegten Bohlen hergestellt. Fahrdeich, m., frz. digue f. practicable aux voitures, Deich, dessen Krone zum Befahren breit genug ist. Für die Festigkeit des Deiches ist es besser, einen etwaigen Fahrweg nicht auf der Krone, sondern an der Binnenseite des Deichs anzulegen; s. d. Art. Deich. Fahrdiele, f., 1. Bahndiele einer Brücke, s. d. Art. Deckbret und Brücke. — 2. foste, welche auf weiches Terrain od. auf das Gerüst gelegt wird, um mit Schubkarren darauf zu fahren. Es ist zweckmäßig, hierzu nicht eine einfache Pfoste zu verwenden, sondern dieselbe dicht mit quergelegten Bretstückchen zu benageln u. an den Hirnenden mit einem „Gebinde von Bandeisen zu versehen. Fahre, k. s. Baake 2. +frz. bac m. de trajet, pont m. flottant, engl. ferry-boat, ntraject, floatingbridge, ital. tragitto, span. balsa flaches, verhältnismäßig sehr breites Schiff mit niederem Bord u. geringem Tiefgang, noch bessereine Verkoppelung von zwei schmalen Kähnen, zum Uebersetzen der Menschen, des Fuhrrwerks und Viehes; 1. gewöhnliche F., gleitende F. am Spanntau, frz. bac à traille, engl. trail-flying-bridge, an einem quer über den Fluß gespannten Draht⸗ oder 8 gewöhnlichen Seil befestigt, auf welchem eine mit Rollen versehene Oeseläuft, an welcher das Fährschiff mittels eines r.Taues hängt; zweckmäßig ist es, das Schiff an zwei solche NRollen zu hängen; vermittels des Einstellens der Taueauf nek Heidelberg DFC verschiedene Längen od. vermittels des Steuers stellt man das Schiff in einen Winkel von ca. 35gegen die Strömung, welche dann die F. selbst über den Fluß treibt; hierbei schwimmt das Leitseil entweder im Wasser, oder es ist über zwei dazu errichtete hohe, starke Mastbäume gespannt, welche sich auf den beiderseitigen Ufern befinden, so daß die Schiffahrt nicht unterbrochen wird. — 2. Fliegende F., fliegende Brücke oder Gierbrücke, frz. pont volant, engl. swing-bridge, flying bridge, bei welcher der Prahm mittels eines Taues oder Gestänges an einem weit stromaufwärts liegenden Anker oder auf einer zufällig daselbst befindlichen Insel befestigt ist, so daß das Fahrzeug an diesem Tau, durch die Strömung getrieben, einen Bogen beschreibt; gewöhnlich liegt das Tau in Gabeln, welche auf einer Reihe mit einander verbundener Pontons od. Kähne angebracht sind, so daß die Gabeln gegen das Fährschiff zu immer höher werden, um Spannung zu vermeiden; auf dem Schiff selbst stehen zwei Masten, durch einen Querriegel verbunden, auf dem eine Rolle läuft, durch welche wiederum das Leitseil geht; die Bewegung geschieht wie oben. — 3. Dampffähre, frz. trajet à vapeur, engl. steam-ferryboat, jetzt immer mehr angewendet und noch in der Ausbildung begriffen. Sehr gern konstruirt man die Dampffähre durch Verkuppelung zweier Prahme. Die Bewegung geschieht entweder mittels einer auf dem Fahrzeug selbst angebrachten Schiffsdampfmaschine, wie bei Dampfschiffen (fliegende Dampffähre), od. mittels einer am Ufer stehenden Dampfmaschine (gleitende Dampffähre) am Spanntau. Die Größen der Fen sind sehr verschieden; bei Anlage derselben berücksichtige man Stellen, welche, frei von Untiefen, keine zu starke Strömung haben, auch geeignete Ufer zum bequemen Anlanden der Fähre darbieten.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 277Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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