Feldmeßkunst, f., frz. géodésie, arpentage, engl. surveying, beschäftigt sich mit der Messung von Linien, Winkeln u. Flächen der Erdoberfläche in kleinen Abtheilungen u. mit Aufbringung der Resultate dieser Messung auf die Ebene der Zeichnung; sie wird ausgeübt durch den Feldmesser od. Geodäten, hier u. da in zu allgemeiner Fassung Geometer genannt. Der F. steht die Landmeßkunst als höhere Abtheilung der praktischen Geometrie gegenüber. Um ein Stück Land auszumessen oder aufzunehmen, d. h. einen Grundriß davon anzufertigen, denkt man sich dasselbe am bequemsten durch gerade Linien in Dreiecke getheilt, deren Seiten u. Winkel man theils direkt mißt, theils indirekt durch Anwendung geometrischer Wahrheiten auffindet. Diese Eintheilung nennt man Triangulatur. Die Endpunkte der Dreiecke bezeichnet man durch Pfähle, Piquets, Baaken etc., nach welchen man dann das Diopterlineal (s. d.) auf dem mit Hülfe der Dosenlibelle oder anderer Wasserwägen genau wägrecht eingestellten Meßtisch einvifirt; zu Messung gerader Linien bedient man sich der Meßkette, die in Meter oder Ruthen u. Fuße abgetheilt ist, oder der Meßstangen (Baculometrie), zu Messung der Winkel der verschiedenen Winkelinstrumente, der Boussole, des Astrolabiums etc., am besten u. genauesten für scharfe Winkel des Theodolits, während für rechte Winkel das Winkelkreuz ausreicht. Man bedarf dabei, wie schon erwähnt, des Meßtisches (Mensul), um eine dem Feld ähnliche Figur auf dem Papier zu entwerfen, zum Auffinden von Neigungen des Quadranten od. Sextanten etc., zum Finden von Höhenunterschieden der Wasserwäge und einer Scheibe an einem langen Mäßstab. Die Handhabung dieser Instrumente eingehend zu lehren, ist hier nicht der Raum, nöthig aber ist sie jedem Architekten, und deshalb sind wenigstens einige Andeutungen in den die einzelnen Instrumente betr. Artikeln gegeben. Um die Dreiecke, in welche man das Feld getheilt denkt, auszumessen, bestimmt man zunächst durch Einvisirung und direkte oder indirekte Messung eine gerade Linie, die Standlinie od. Basis auf dem Meßtisch, und dann von dieser aus den dritten Punkt des ersten Dreiecks, worauf man eine der beiden anderen so gefundenen Seiten des ersten Dreiecks als Basis für das zweite Dreieck benutzt etc. Um das Dreieck selbst zu vervollständigen, hat man verschiedene Methoden: a) durch Vorwärtseinschneiden bestimmt man das Dreieck aus einer Seite und den zwei anliegenden Winkeln: b) durch Rückwärtseinschneiden aus einer Seite, einem anliegenden und einem gegenüberliegenden Winkel; e) durch Seitwärtsabschneiden aus zwei Seiten u. dem eingeschlossenen Winkel. Näheres s. z. B. in „Elemente der Vermessungskunde“ von Dr. C. M. Bauernfeind, München, Cotta.