Feld zwei zueinander rechtwinkelige Achsen und bestimmt alle wesentlichen Punkte durch Beziehung ihrer Abscissen und Ordinaten auf diese Hauptachsen; die senkrechte Richtung der Ordinaten findet man leicht mit dem Winkelspiegel oder dem Winkelprisma von Bauernfeind, die Länge der Linien wird mit der Kette oder mit Stäben gemessen. Wendet man diese Methode im großen an, so werden die Koordinaten nicht gemessen, sondern aus den Seiten und Winkeln der Netzdreiecke berechnet. Wenn die Hauptpunkte bestimmt sind, werden sie mittels ihrer Koordinaten in die Karte eingetragen; es sind dann noch die Details im Innern der Figur zu bestimmen und einzutragen. Haben die Dreiecke des Netzes eine bedeutende Ausdehnung, wie bei der Vermessung eines ganzen Landes, so bestimmt man in jedem Dreieck ein Dreiecksnetz zweiten Ranges auf Grundlage der bereits bekannten Seiten und Winkel des Hauptnetzes, nimmt diese einzelnen Netze entweder ebenso auf wie das Hauptnetz, oder sonst nach irgend einer für den vorliegenden Fall geeigneten Methode, wonach man, ohne Beeinträchtigung der Genauigkeit, am leichtesten zum Ziele zu gelangen gedenkt. Jetzt erst kann man an die Aufnahme der Details gehen. Dahin gehören alle Unebenheiten des Terrains, Gewässer, Wege aller Art, alle von der Natur und Menschenhand geschaffenen Gegenstände. Die Terrainformen veranlassen oft besondere Messungen; sie können im Grundriß oder Aufriß, d. h. in der Horizontal-oder Vertikalprojektion dargestellt werden. Erstere muß so ausgeführt werden, daß man auch ohne Vertikalprojektion alle Dimensionsverhältnisse daraus erkennen kann. Man denkt sich zu diesem Zwecke die Erhöhung durch mehrere horizontale Ebenen durchschnitten, die Durchschnitte derselben mit der Seitenfläche projiziert man auf den Horizont. Die so entstehenden krummen Linien heißen Niveaukurven oder Horizontalen; es wird dann die Höhe jedes dieser horizontalen Schnitte gemessen und in die Projeklion hineingeschrieben. Diese Zahlen heißen Höhenkoten (vom frz. Ja côte, der Bergabhang). Auf nachstehender Figur stellen mpqnrs, aldefyy u. s. w. die Niveaukurven, die Schichthöhen dar. Durch eine leichte Konstruktion läßt sich daraus auch das Profil (eines Hügels, Bergs u. s. w.) ableiten. Um die Konfiguration des Terrains auch in die Augen fallend darzustellen, wie es von militärischen Plänen und Landkarten verlangt wird, hat der säch. Major Lehmann am Ende des 18. Jahrh. ein System des Bergzeichnens geschaffen, welches auf den optischen Gesetzen der Erleuchtung schiefer Flächen beruht und lange Zeit in allgemeinem Gebrauche war. Daraus hat der preuß. General von Müffling die in Einzelheiten davon abweichende sog. Generalstabsmanier des Bergzeichnens abgeleitet. Sie hat vor der Lehmannschen Methode nichts voraus, beide haben aber das Nachteilige, daß sie die Berghänge nicht im wahren, natürlichen Licht erscheinen lassen, ihre Ausführung überdies sehr schwierig und zeitraubend ist, ja bei längerer Beschäftigung damit die Gesundheit des Zeichners in Gefahr bringen. Man fertigt daher jetzt Terrainzeichnungen nach Chauvin dadurch an, daß man Niveaukurven in gleichen Abständen entwirft und diese je nach dem verschiedenen Böschungswinkel nach den Gesetzen der Schattenkonstruktion mit dem Pinsel, nicht mit Bergstrichen, in schwarzer Tusche schattiert. In dieser Weise sind die besten neuern Landkarten ausgeführt und geben ein anschauliches Bild von der Bodengestaltung. Von den zu geodätischen Aufnahmen erforderlichen Instrumenten sind besonders folgende zu nennen: ein genauer Maßstab nach Meter und seinen Unterabteilungen bis zum Millimeter. Zur Bezeichnung von Punkten im Felde dienen die Absteckstäbe, Baken oder Jalons, auch wohl, für entlegene Punkte, lange Stäbe mit Strohkränzen oder kleinen Fahnen, die man weithin sehen kann. Zur Distanzmessung dienen die Kette und Maßstäbe, wozu noch die eisernen Zeichenstäbe gehören, mit denen man Anfang und Ende jeder Kette bezeichnet; endlich zwei Kettenstäbe, mit denen die Kette ausgestreckt und gespannt wird. Zum Abstecken rechter Winkel dient das Winkelkreuz, die Winkeltrommel, das Prismenkreuz und der Winkelspiegel. Zur graphischen Verzeichnung der Winkel dienen der Meßtisch, das Diopterlineal und die Kippregel, zum Messen der Winkel im Felde die Boussole, der einfache und der Repetitionstheodolit. Ein bequemes Instrument zum Auftragen der gemessenen Punkte nach Abscissen und Ordinaten ist der Orthograph von Pelz. Zur Bestimmung des Inhalts einer gemessenen Fläche ohne Rechnung, mittels eines rein mechan. Verfahrens, bedient man sich des Planimeters von Amsler. Die wichtigern dieser Instrumente werden in eigenen Artikeln behandelt werden. Die Höhenmessungen zerfallen in das eigentliche Höhenmessen und das Nivellieren. Durch das eigentliche oder trigonometrische Höhenmessen werden Höhenunterschiede solcher Punkte bestimmt, welche im Verhältnis zu den horizontalen Dimensionen bedeutend sind und nahezu in derselben Vertikalen liegen. Sind die Höhenunterschiede gering und liegen die zu messenden Punkte weit auseinander, so nennt man das zu beobachtende Verfahren das Nivellieren. Die zum trigonometr. Höhenmessen erforderlichen Instrumente sind die oben bei der Distanzmessung aufgeführten und ein Theodolit mit Höhenkreis. Die Instrumente zum Nivellieren sind die Nivellierlatte mit oder ohne Zielscheibe, die Bergwage oder der Böschungsmesser, die Kanal- und Quecksilberwage, das Nivellierinstrument, entweder mit bloßem Diopter, oder mit Fernrohr und Horizontalfaden; beide sind mit einer Libelle versehen. Val. Heussi, Lehrbuch der Geodäsier (Lpz. 1861); Win 1 „Handbuch der niedern Geodäsier (4. Aufl., Wien 1872); Bauernfeind, „Elemente der Vermessungskunder (6. Aufl., Stuttg. 1879): Jordan, (Handbuch der Vermessungskunder (2. Aufl., Stuttg. 1877); Heussi, Leichtfaßliche Anleitung zum Feldmessen (2. Aufl., Lpz. 1879).