FeedDeckengesims
BaukunstBau-Lexikon 1881

Deckengesims, n., Gesims, welches sich entweder an der Decke eines Raumes selbst od. unmittelbar unter derselben befindet; theils stellt es eine Art Unterstützung der Decke dar, theils eine gefällige Verbindung der Wand mit der Decke. Die Ausführung geschieht meist, indem man seine Form im Rohen durch an der Decke oder Wand befestigte Bretstreifen oder Knaggen darstellt, die man dann in den geraden Theilen mit Bretstreifen, in den krummen mit 2—3 em. breiten Holzstäbchen verschalt; hierauf wird das Ganze mit Kalk oder Gips beworfen und nach der Schablone ausgezogen. Ladet das Gesims im Verhältnis zur Wandstärke nicht zu weit aus, so stellt man den Kern desselben durch Vormauerung her, welche ebenfalls mit Gips, Stuck, Cement etc. beworfen und nach der Schablone ausgezogen wird. Sehr häufig aber wird auch das D. in Holz oder in Gips bereits fertig ausgearbeitet angesetzt. —Bei reicher Gestaltung unterscheidet man: Wandgesims u. D. im engeren Wortsinn; das erste theilt sich dann wieder in Untergesims, Fries u. Obergesims od. Wandschlußgesims; nek Heidelberg hierauffolgt die Kehlel Deckenkehlung) u. dann daseigent⸗ aber liche Deckengesims, welches entweder blos in einem gan-Schlußgesims, oder in einem an die Kehle anstoßenden vor, Kehlschlußgesims, einem Fries⸗ und einem Deckenschluß⸗ brin gesims besteht. Bei Entwerfung ist sehr darauf zu sehen, in de daß man den an der Wand stehenden Theilen nicht etwa dun! den Charakter eines Dachgesimses giebt, d. h. daß dieselben nicht als vollständig abschließend erscheinen. sondern als auf etwas darüber Folgendes vorbereitend. Die Deckengesimse selbst aber müssen, dafern sie nicht Unterzüge, Träger, darstellen, leicht und schwebend erscheinen, dürfen nicht schwerfällig und lastend wirken.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 144Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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