FeedDachgesims
BaukunstBrockhaus 1882

Dachgesims wird bisweilen das die Umfassungsmauern der Gebäude bekrönende Haupt- oder Kranzgesims genannt, an welches meist unmittelbar die Dachfläche sich anschließt, oder auch ein in der . Denehr selbst vorkommendes Gesims. n ersterer Beziehung bildet das D. (richtiger auptgesims) den wichtigsten architektonischen Abschluß der Mauerfläche und richtet sich in der Formation seiner Glieder nach dem Stil und Charakter des Gebäudes. Bei den nach dem Vorbilde der antiken erhen Hunst geformten Hauptgesimsen der modernen Kunst oder Renaissance besteht das Gesims entweder aus einem vollständigen Gebälke mit Architrav, Fries und Kranzgesims oder nur aus dem obersten Architravglied (Traglot), dänd und Kranzgesims oder bei einfachen Geäuden aus letzterm allein. Das Kranzgesims besteht der Häng wieder aus drei Teilen: den Untergliedern, er Hängeplatte und den Obergliedern. Erstere werden als die rechtwinkelig vorspringende Platte tragende oder stützende, letztere als dieselbe bekrönende Glieder behandelt. Bei größerer Ausladung (Vorsprung) der Hängeplatte stützt man dieselbe, anstatt durch Gliederungen, durch Konsolen oder Tragsteine(Kragsteine). Die Ges amthöhe des Haupthnnderose n zu etwa ½ bis ½ der ganzen Geäudehöhe angenommen, die Ausladung gewöhnlich etwas geringer. Man konstruiert die Haupt- oder D. entweder durchaus aus Werkstücken oder nur in der Hängeplatte und den Obergliedern aus Werksteinen, während die Unterglieder vorgemauert und (mit Gips u. dgl.) gezogen werden, oder ganz aus Ziegeln mit oder ohne Verputz, wobei man jedoch . Zuhilfenahme von Eisenkonstruktion bedeutendere Ausladungen nicht zu erzielen vermag; endlich aber auch ganz aus Holz in Form von Gesimsen oder vortretenden und verzierten Sparrenköpfen. Die eigentlichen, mitten in oder auf der Dachfläche befindlichen D. kommen bei Mansardendächern, Dachaufbauten, Plattformdächern, Dachhauben u. s. w. vor und haben entweder als Übergang der verschiedenen Dachflächen oder als Abschluß derselben zu dienen. Sie werden der Leichtigkeit wegen aus Holz hergestellt, bisweilen mit Zinkblech verkleidet, wohl auch aus getriebenem oder gepreßtem Zink allein gebildet und mit geeignetem Anstri M Je nach der Ortlichkeit werden sie als Plattform⸗‚ Mansarden⸗, Firstu. s. w. Gesimse spezieller bezeichnet und ihrem Zwecke gemäß profiliert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 764Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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