Gewächshaus, Pflanzenhaus, n., frz. serre, f. engl. gréeen-house. Gewächshäuser lege man mit der Hauptfront womöglich nach Süd-Südost zu. Die äußere Gestaltung ist in neuerer Zeit so manchfach geworden, daß in Bezug auf dieselbe keine bindenden Regeln zu geben sind, und es daher ganz dem Ermessen des Architekten überlassen liglit / mothes 18825d2/0450 bleiben muß, wie er dieselbe, natürlich mit steter Berücksichtigung der jeweiligen Verhältnisse, zweckentsprechend und schön herzustellen weiß. Die Konstruktion aus Guß- oder Schmiedeeisen ist bei dieser Art Gebäuden die bei weitem häufigste geworden, da die aus Eisen hergestellten Konstruktionstheile nicht nur den Vortheil des gefälligeren, besseren Aussehens haben, sondern auch dem Einwirken der Sonnenstrahlen weniger Hindernisse entgegenstellen und den feuchten Ausdünstungen längeren Widerstand leisten als Holz. — 1. Konservatorium, Kalt- od. Winterhaus, zu Ueberwinterung von Pflanzen, die eben blos vor Frost geschützt werden sollen. Die Südseite ist mit Glaswand versehen, mitunter besteht aus demselben Material auch das Dach; dessen Neigungswinkel sei 30—406; bei hölzernen ist die Vorderwand gewöhnlich 1302,½0 m. hoch, die Säulen stehen 1½½—1,½ m. von Mitte zu Mitte, die Sparren sind so schmal wie möglich zu machen und mit Falzen zu versehen; die in diesen Falzen liegenden Fensterrahmen macht man 5—6 em. breit, 3½4½ em. stark, die Sprossen 2½ em. breit. Gegen das Werfen und Einsinken sichert man sie durch eiserne Querstäbe und Winkelbänder mit 20—22 cm. langen Schenkeln; das Innere dieser Art Gewächshäuser ist mit Regalen und Stellagen zum Aufstellen der Topfgewächse versehen; dieselben sind 10—1½% m. von der Vorderfront entfernt; das Fensterregal zu Sat und jungen Pflanzen macht man 40— 60 em. breit. Die Temperatur der Kalthäuser differirt zwischen 0—5° R. Für die blose Frostfreiheit genügt das im Artikel Eis angegebene Verfahren oder die Benutzung der Erdwärme, indem man die Häuser 0,3 —2, m. in die Erde versenkt; doch wird dadurch leicht vorn zu viel Schatten erzeugt. Bei weniger tief versenkten kann man durch Drainage Erdwärme aus dem Untergrund zuführen. Ist künstliche Heizung nöthig, so genügt für kleine Häuser meist ein Zimmerofen aus Kacheln, für größere ein außerhalb stehender Ofen, von dem aus ein gemauerter Heizkanal aus Dachziegeln oder Thonröhren durch das Haus geht. — 2. Warmhaus oder Tepidarium, mit 5—12 K. Temperatur. Man giebt demselben ein pult-oder sattelförmiges Glasdach, im letzteren Fall mit der Firstlinie von Nord nach Süd zu stellen. Die wesentliche innere Einrichtung besteht aus tischhohen Stellagen mit eisernen Platten, auf welchen sich eine Schicht Loherde befindet, in die man die Töpfe zur besseren Warmhaltung setzt; unter den Stellagen ziehen sich auf Stützen ruhende, offene, 8—10 cm. weite Rinnen von Zink oder geschlossene eiserne od. kupferne Röhren hin, in denen das vom Ofen kommende erhitzte Wasser eirkulirt und theilweise abgekühlt wieder in den Ofen zurückläuft. Der letztere besteht gewöhnlich aus zwei Cylindern, in deren innerstem sich das Feuer befindet. Sonst kann man auch in den Beeten oder unter den Stellagen einen Kanal um das ganze Haus herumführen, so daß der Schornstein neben dem Ofen ist, doch darf dann die Länge der Züge nicht über 19 m. steigen. — 3. Orchideenhaus; solche legt man gern an Hügeln an u. giebt ihnen bei Anwendung der Eisenkonstruktion eine etwas gebogene Dachfläche, welche ohne Sims in die lothrechte Wand übergeht. Die Temperatur sei 15—20%R. Man muß dafür sorgen, daß durchaus kein Schwitzwasser von den Fenstern abtropfen kann. Die Heizung muß regulirt werden können u. die Luft wird durch ein Wasserbassin immer feucht gehalten. Im Sommer muß man die Sonnenstrahlen durch Rouleaus oder dergl. absperren können. Die Ventilation muß erfolgen, ohne daß die Pflanzen ein Luftzug trifft. — 4. Creibhaus, Caldarium, engl. hot-house, worin exotische Pflanzen beieiner Wärme von 25—30 R. aufbewahrt oder einheimische Blumen und Gemüse zu frühzeitiger Reife getrieben werden. Diese theilt man nun nach ihrer speziellen Bestimmung ein in Ananas⸗, Erica⸗, Palmentreibhäuser etc., und für jede dieser Pflanzengattungen ändert sich die Anlage etwas ab. Ananashäuser z. B. erhalten ziemlich hohe Lohkästen daher ist es nicht zweckmäßig, Vorderwand und Dach gegewüältigen, trs. Z., 1. (Bergb.) das Wasser, welches sich in einer Grube befindet, durch Kunstzeuge oder Auspfützen herausschaffen. — 2. Eine verlassene Zeche wieder aufbauen und das Verschüttete wegschaffen. gewalztes Eisen, gewalzte Schienen etc., s. Walzeisen, Walzwerk. Gewand, k. (Bergb.), s. v. w. Biß, Verwerfung eines Ganges. Gewünd, n. (Weinbau), Gräben, in welche man die Fächser legt.