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Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Fortis (Abbé Giovanni Battista, genannt Alberto), ital. Naturforscher, geb. 11. Nov. 1741 zu Padua, trat im 16. Jahre gegen seinen Willen in den Augustinerorden. Als es ihm gestattet wurde, aus demselben wieder auszutreten, begab er sich auf Reisen und widmete sich der Schriftstellerei. Besonders verdient ist er dadurch, daß er zuerst in Westeuropa auf den Schatz der serb.⸗kroat. (damals emorlakischo genannten) Volkslieder hinwies und selbst einige Proben mitteilte in KSaggio d' osservazioni sopra P'isola de Cherso ed Osero (Vened. 1771) und insbesondere in Viaggio in Dalmazia (2 Bde., Vened. 1774). Letzteres Werk wurde ins Deutsche (Bern 1775), Französische und Englische übersetzt. Herder entnahm diesen Werken und den handschriftlichen Aufzeichnungen F.s die vier morlakischen Lieder, die er in seinen Stimmen der Völkero mitteilte. Berichtigungen und Ergänzungen zu der «Reise in Dalmatien » lieferte Giovanni Lorrich in 4Osservazioni sopra diversi pezzi del viaggio in Dalmazia del Sign. Abate Alberto Fortisd (Vened. 1776). Nach dem Tode seiner Mutter erbte F. ein großes Vermögen, bereiste Italien, begab sil bei Ausbruch der Französischen Revolution nach Paris, ward 1801 Bibliothekar in Bologna, wo er 21. Okt. 1803 starb. Von seinen sonstigen Werken sind noch zu erwähnen: Wettere geografico-fisiche sulla Calabria e sulla Pugliad (Neap. 1784), Del nitro mineralen (1787) und vorzüglich Mémoires pour servir à I'histoire naturelle et principalement à P'oryctographie de PItalie (2 Bde., Par. 1802).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 34Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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