FeedFortuny (Mariano)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Fortuny (Mariano), span. Maler, geb. 11. Juni 1839 in Réus in Spanien, begann in Barcelona seine Studien, geriet aber durch einen in Italien unter den deutschen Nazarenern gebildeten Lehrer anfangs auf einen seinem großen Talent nicht zusagenden Weg. Durch und durch realistisch angelegt, mußte ihm eine gewaltsame Wendung zum direkten Naturstudium Bahn brechen, auch hatten verwandte Schöpfungen franz. Künstler starken Einfluß auf ihn. Durch einige treffliche Arbeiten in den Genuß eines Stipendiums gelangt, reiste er 1856 nach Italien und gab sich hier mit Eifer dem Studium des Volkslebens hin. Doch waren diese Bestrebungen, sowie auch sein Anteil an dem Zuge gegen Marokko 1859 noch nicht die entscheidenden Momente seiner Lehrzeit; erst in Paris sollte F. die seinem Naturell voll zusagende Kunstwelt finden, hier leuchtete ihm Meissonier mit seiner feinen, geistreichen und wenab uh ua Auffassung als hohes Muster vor. Er begab sich nach Spanien zurück, wo auch Goya nicht ohne Einfluß auf ihn geblieben, dann aber wieder nach Rom, wo er eine eifrige Thätigkeit begann. Von nun an, 1869, zählte F. zu den beliebtesten, gesuchtesten und am teuersten honorierten Malern der Welt. Unter den ausgezeichnetsten Olgemälden seiner Hand errangen sich der Schlangenbändiger und die Hochzeit den bedeutendsten Ruf⸗ Auch als Radierer leistete er Vor-Aauablilet vielleicht liegt jedoch in seinen effektreichen Aquarellen der Schwerpunkt seines Schaffens. Ausnahmsweise malte er für eine Kirche seiner Heimat zu Barcelona auch eine religiöse Darstellung. F. ist ein Vorbild und Wendepunkt für die gesamte moderne Schule seines Vaterlandes geworden, ohne jedoch in seinen seltenen Vorzügen realistischer Wahrheit und vornehmer Auffassung erreicht zu sein. F. starb 21. Okt. 1874 in Rom.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 37Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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