FeedFries (Bernhard)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Fries (Bernhard), jüngerer Bruder des vorigen, geb. 16. Mai 1820 zu Heidelberg, erhielt seinen ersten Unterricht bei dem Historienmaler Coopmann in Karlsruhe und bildete sich 1835 bis Ende 1837 auf der münchener Akademie, worauf er im Frühjahr 1838 nach Rom ging. Hier brachte er den größten Teil seiner Jugend zu, mit dem Studium der alten Meister beschäftigt. Die Kenntnis der gesamten neuern Kunst erwarb er sich auf spätern Reisen nach allen Kunstsitzen Europas, womit er ästhetische und philos. Studien verband. An den sozialen und religiösen Bewegungen seit 1848 nahm F. lebhaft teil, was wohl auch die Veranlassung zu seiner im Jan. 1852 erfolgten Ausweisung aus München und Bayern geboten haben 22.3 Die ital. Natur wurde das Lieblingsfeld seiner Darstel lung. Zwei Landschaften, die er 1846 in Mailand ausstellte, brachten ihm besondern Beifall; ein größeres Bild, die Felsschlucht bei Nepi, erregte 1847 in München und Karlsruhe große Bewunderung. Sein Hauptwerk ist ein Cyklus von 42 Bildern zur landschaftlichen Charakteristik Italiens und Siciliens, den er 1865 vollendet hatte und der in dem Treppenhause des münchener Polytechnikums aufgestellt wurde. Auch seine Ansichten vom Genfer⸗ und Comersee, sowie aus dem heidelberger Stadtwalde und seine Fernsicht auf den Montblanc sind wertvolle Bilder. Er starb 21. Mai 1879 in München.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 357Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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