FeedFoscölo (Niccolo Ugo)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Foscölo (Niccolo Ugo), ital. Dichter und Litteraturhistoriker, geb. 26. diadt 1777 auf Zante, Sohn eines Venetianers, Andrea F., und einer griech. Mutter, Diamanta Stathi, zeigte sich früh erfüllt von dem Gedanken einer polit. Wiedergeburt Italiens, dem er sein Leben dichtend, lehrend und handelnd widmete. Schon nach dem Ausbruche der Französischen Revolution trat er in Venedig mit einem Trauerspiele: «Tiesten (1797), auf, welches die Partei, die von den Franzosen Italiens Wiederbelebung hoffte, mit Begeisterung aufnahm. F. selbst erkannte bald die Trüglichkeit dieser Hoffnungen und verschmolz in seinen Ultime lettere di Jacopo Ortiso (Mail. 1802; deutsch von Lautsch, 2. Aufl., Lpz. 1847), einer Nachahmung von Goethes «Werthero, mit seinen Liebesklagen (um Isabella Roncioni, die nachherige Gattin des Marchese Bartolommei) den herben Schmerz über die traurige Lage seines Vaterlandes. In Lyon, wohin er als Mitglied der Consulta berufen war, zeichnete er sich durch die schmerzvolle und kühne Rede aus, die später unter dem Titel &Orazione a Bonapartes (Par. 1802 u. Lugano 1829) erschien. Damals las er in Pavia als Montis Nachfolger über Litteratur; doch schon 1805 ging er wieder mit dem franz. Heere nach Boulogne. Als er aus Mailand, wo er sich nach seiner Ruckkehr aufhielt, wegen seines patriotischen Trauerspiels Ajacep verwiesen wurde, wendete er sich 7 Florenz, wo er seine Hoffnung auf Wiederherstellung Italiens noch stärker in dem Trauerspiel & Ricciardav aussprach, das in London 1820 erschien. Als Adsutant des Generals Pino suchte er sodann die Nationalgarde für seinen polit. Gedanken zu begeistern, erregte aber dadurch das Mißfallen der Regierung und sah sich genötigt zu fliehen. Er ging nun nach der Schweiz und von dort 1817 nach London, wo er 14. Sept. 1827 starb. Mit Monti hatte F. eine übersetzung der Ilias in versi sciolti begonnen; eine Übersetzung des Kallimachischen Gedichts »Haar der Berenicer nebst Kommentar hatte er ebenfalls noch in Pavia verfaßt. In London übernahm er den Auftrag, eine kritische Ausgabe der vier großen ital. Dichter zu besorgen; Krankheit, Mißmut und Leiden verhinderten aber die Vollendung. Indessen war er doch mit Dante so weit gekommen, daß Rolandi das Manuskript für 400 Pfd. St. kaufte. Seine Ausgabe der Dirina commedias erschien in vier Bänden zu London 1842, entsprach aber keineswegs den gehegten Erwartungen. Von den «Inni italiani v, die er begonnen hatte, ist nur ein Fragment bekannt geworden. Die Lezioni di eloquenzan (Vened. 1830) sind von fremder Hand aus seinen Werken und dem Nachlaß zusammengestellt. Die Discorsi storici e letterarj o (Mailand 1843) enthalten übersetzungen von Aufsätzen F.s aus engl. Journalen. Seinen „Saggio sopra il Petrarca gab Ticozzi (Lond. 1824) heraus. Erst später wurde sein «Epistolario (3 Bde., Flor. 1854) von Orlandini und Mayer veröffentlicht. Sammlungen der «Poesie sind mehrfach (3. B. Flor. 1856), ausgewählte Werke sind in Voghera 3 Bde., 1829) und Florenz (2 Bde., 1835) erschienen. Biographien des Dichters haben Pecchio (Lugano 1833), Carrer (Vened. 1842) und J. J. Klein (im 7. Bde. seiner „Geschichte des Dramas », Lpz. 1869) veröffentlicht. oß (Henrik Herman), norweg. Dichter und Politiker, geb. 17. Sept. 1790 zu Bergen, widmete sich dem Militärstande und stieg allmählich zum Oberstlieutenant der Artillerie auf. In den J. 1827—45 nahm er als Mitglied des Storthings teil an den polit. Kämpfen und trat 1845 in den Staatsrat, aus dem er jedoch 1848 wegen Kränklichkeit wieder austrat. Er starb 21. Sept. 1853. Im Verein mit Lyder Sagen gab er (1824) eine „Bergens Beskri⸗- velses heraus. Von seinen Gedichten ist das polemische Tidsnornernep (1835) hervorragend; auch lieferte er eine Ubersetzung der Frithjofssage (1826).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 38Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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