FeedMonti (Vincenzo)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Monti (Vincenzo), ital. Dichter, geb. in Fusignano im Ferraresischen 19. Febr. 1754, studierte zu Ferrara, ging 1778 nach Rom und dichtete die Tragödie Aristodemoo, die 1787 mit großem Erfolg in Rom aufgeführt wurde. Im Jahre darauf trat er mit einer zweiten Tragödie, «Galeotto Manfredio, hervor. Im J. 1793 wurde Hugo Basseville, Legationssekretär der franz. Republik in Neapel, der als Agitator nach Rom gekommen war, vom Volke erdolcht. Dieses Ereignis und die Hinrichtung Ludwigs XVI. regten M. zu seiner „Basvilliana o an, einer poetischen Chronik der Zeit im Stil Dantes, von welcher im Aug. 1793 die ersten vier Gesänge erschienen. Später wurde er der offizielle Lobsänger Napoleons I., der ihn als Sekretär der Cisalpinischen Republik in Mailand anstellte. Während eines Aufenthalts in Paris, wo er eine Stelle am Collége de France erhielt, vollendete er eine dritte Tragödie, Caio Gracco v, und begann ein größeres Gedicht im Stil Dantes auf den Tod des Mathematikers und Dichters Lorenzo Mascheroni (gest. 1800). Nach Italien zurückgekehrt, weihte er erst in Pavia als Professor der Beredsamkeit, dann in Mailand als kaiserl. Hofpoet, endlich nach der Krönung Napoleons als Historiograph des Königreichs Italien seine Feder wieder der Verherrlichung des Kaisers. Wichtiger noch als seine Gedichte sind seine Verdienste um das Studium Dantes, sein mit Giulio Perticari gemeinsam geführter Kampf gegen die Pedanterien der Crusca und seine Überfetzung Homers (2. Aufl. 1812), das einzige größere Werk, das er vollendete. M. starb zu Mailand 13. Okt. 1827. Die besten Ausgaben seiner „Operer sind die mailänder (6 Bde., 1839) und die florentiner (Prose e Poesier, 6 Bde., 1847.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 848Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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