Foscäri, angesehene venet. Patricierfamilie, welche aus der trevisaner Mark stammte und bei der Schließung des Großen Rats zu Ende des 13. Jahrh. unter den Mitgliedern der herrschenden Aristokratie blieb. Ein Doge, ein Patriarch von Venedig, vier Prokuratoren von San-Marco, viele Senatoren und Staatsmänner sind aus diesem Geschlecht hervorgegangen. — Francesco F., 1423 zum Dogen gewählt, hat 34 Jahre lang die Republik in stürmischen Zeiten verwaltet, während der Ehrzeiz des letzten Visconti, Filippo Maria, und der nicht minder große Alfons' von Aragon, Königs von Neapel und Sicilien, den Kampf in Italien mehrfach anfachte und Venedig sich wiederholt in die Angelegenheiten des Kirchenstaats hineingezogen sah. Die Feindschaft mächtiger Gegner im Innern und die Verfolgung, welche des Dogen Sohn Jacopo sich nicht ohne eigene Schuld zuzog, untergruben endlich F.s Stellung, sodaß 25. Okt. 1457 seine Absetzung erfolgte, die er nur wenige Tage überlebte. Er starb 1. Nov. 1457. Ein anderer Francesco F. war 1496 venet. Botschafter bei Kaiser Maximilian I.; ein dritter des Namens, geb. 30. Dez. 1704, gest. 17. Dez. 1790, hat die Republik in Rom, Konstantinopel, Wien, Petersburg vertreten und sich auch durch wissenschaftliches Interesse bekannt gemacht. Die Familie, von ihrer Höhe tief herabgesunken, hat bis in die neueste Zeit bestanden; der durch seine Architektur bekannte Palast am Canale grande gehört jetzt der Stadt. Die Genealogie der F. hat „Litta veröffentlicht; die tragische Geschichte des ogen und seines Sohnes Jacopo ist mehrfach poetisch behandelt worden.