Foucault (Jean Bernard Leon), berühmter franz. Physiker, geb. in Paris 18. Sept. 1819 als Sohn eines Buchhändlers, studierte anfänglich Medizin, beschäftigte sich aber schon seit 1839 mit der eben erfundenen Daguerreotypie und bald darauf, im Verein mit Donné und Fizeau, mit optischen Fragen, welche ihn mit Arago in Berührung brachten. Im J. 1850 erfand er das Verfahren, die Geschwindigkeit des irdischen Lichts in verschiedenen Mitteln zu messen, und 1851 zeigte er im Pantheon zu Paris die Achsendrehung der Erde (s. d.) mittels Schwingungen eines sehr langen, gewichtigen Pendels (Foucaultscher Pendelversuch). Ein solches Pendel bewahrt seine Schwingungsebene im Raume stets on Wes uuch es muß daher, da die Erde sich von West nach Ost umdreht, die Schwingungsebene des Pendels scheinbar von Ost nach West abweichen. Diese Etunden 5 läßt sich für jeden Ort der Erde für 24 Stunden berechnen, wenn man den Sinus der Breite des Ortes mit 360 multipliziert, und hieraus kann man den Betrag der Abweichung für ein Pendel, welches z. B. während einer hulben Stunde schwingt, ableiten. Da der Versuch mit der Rechnung übereinstimmt, so ist das allgemeine 4½½ begreiflich, welches dieser Versuch erregte; im Kölner Dom wurde der Versuch von Garthe, im Dom zu Speier von Schwerd wiederholt; monographisch wurde derselbe von Garthe (1852), Pisko (1853) und Hullmann (1873) behandelt. Es folgten nun Arbeiten über Wärme und Magnetismus, sowie sein elektromagnetischer Apparat Zur Verwandlung der mechan. Kraft in Wärme. Im J. 1855 wurde F. zum Physiker des pariser Observatoriums ernannt. In dieser Stellung beschäftigte er sich mit Verbesserung der Fernrohre (s. d.) und physik. Apparate dieses Instituts so erfolgreich, daß er 1862 zum Mitgliede des Längenbüreaus und 1865 der pariser Akademie ewählt wurde. Um diese Zeit erfand er seinen Regulator für rasch rotierende Körper, der 1867 ausgestellt wurde. Seine Arbeiten sind in den Schriften der pariser Akademie und in leicht faßlicher Weise im Journal des Débatsv veröffentlicht. F. wurde 1867 vom Schlage gerührt und siechte seitdem dahin, bis er 11. Febr. 1868 zu Paris starb. Seine zahlreichen Abhandlungen finden sich in der Bibliothéque d'instruction populaires und den (Comptes renduss der Akademie der Wissenschaften. Vgl. Lissajous, Notice historique sur la vie et les travaux de Léon F.v (Par. 1875).