FeedFournier (Pierre Simon)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Fournier (Pierre Simon), berühmter Stempelschneider und typographischer Schriftsteller (geb. 1712 zu Paris, gest. daselbst 1768), dessen älterer Bruder die Schriftgießerei von Guillaume Le Be 1730 erworben hatte, errichtete 1736 zu Paris eine eigene Schriftgießerei, für welche er selbst alle Stempelschnitt, die Matrizen schlug und justierte, auch eine Anzahl Instrumente eigener Erfindung verfertigte. F. war ein kunstbegeisterter, talentvoller Mann, der neben seinen vielfachen Geschäften als Graveur und Leiter einer Gießerei noch Zeit gewann, die Bibliotheken zu durchstöbern und Bücher zu schreiben. Im J. 1758 peröffentlichte er dieͥDissertation sur Porigine et le progrês de l'art de gravure en boiso, 1759 De Lorigine et des productions de Limprimerie primitive en taille de boiso, 1760 «Observations sur un ouvrage intitulé Vindiciae Typographicaer, 1761 KRemarques pour servir de Suite au traité de Porigine de l'imprimerieo, und 1764—66 erschien in zwei Bänden sein Hauptwerk: Mannuel typographiqued. In dem ersten Bande entwickelte er sein 1737 aufgestelltes typometrisches System, welches später von Didot fortgebildet und die Grundlage des heutigen typometrischen Systems geworden ist; der zweite Band enthält Schriftproben, insbesondere eine Sammlung von allen damals bekannten Alphabeten, wozu er außer seinem eigenen reichen Typenschatze auch Typen von Breitkopf in Leipzig, von Herissant, Cappon und seinem Bruder in Paris bezog. Außerdem schrieb er noch einige Abhandlungen über den Musiknotendruck aus Anlaß des von Breitkopf erfundenen und in Holland und Paris nachgeahmten Verfahrens.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 48Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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