Frauchi (Ausonio), Pseudonym des der sog. positiv-rationalistischen Schule angehörenden ital. hilosophen Cristoforo Bonavino, geb. 24. br. 1821 zu Pegli, widmete sich dem geistlichen tande und war längere Zeit Vorsteher eines eigenen Instituts zu Genua, für welches er lat. und ital. Grammatiken schrieb. Infolge seiner philos. Studien mit den Lehren der Kirche zerfallen, legte er 1849 das Priesterkleid ab und trat als kühner und scharfer Denker der scholastisch-theol. Philoso-P51 entgegen. Im J. 1860 wurde er Professor der hilosophie an der Universität zu derw eit 1863 wirkt er in gleicher Eigenschaft an der wi enschaftlich-litterarischen Akademie zu Mailand. Von 1854 bis 1857 redigierte er die wissenschaftliche Wochenschrift La Ragionen. Unter seinen zahlreichen Arbeiten sind zu nennen: La filosofia delle scuole italianey (Capolago 1852; 2. Aufl., Flor. 1863), ILH razionalismo del popolos (Genf 1856; 3. Aufl. 1864; französisch, Brüss. 1858), La religione del secolo XIXY(Lausanne 1853; 2. Aufl., 2 Bde., 1860), „Sulla teorica del Giudizioo (Mail. 1871); Saggi di eritica e polemicas (Mail. 1872). Mit Giuseppe errari macht F. entschiedene Opposition gegen osminis und Giobertis Versuche, den Katholizismus mit der Philosophie zu versöhnen. Franchise (frz.), Freimütigkeit, Offenherzigkeit: 7½* von Abgaben, besonders vom Zolle; certificat de F., Zollfpeischein. Francia (Francien) ist der latinisierte Landschaftsname Franken (s. d.); besonders aber nannte man so die Gesamtheit der Grafschaften um Paris, welche bei dem Zerfall des karolingischen Westfrankenreichs unter den Capetingern (s. d.) zu einem besondern Herzogtum zusammenwu sen. Daher stammt auch der Name für die spätere franz. Provinz —7 de France. Francia (Francesco), mit dem Familiennamen Raibolini, berühmter ital. Maler, wurde zu Bologna um die Mitte des 15. Jahrh. geboren. Er war zum Goldschmied bestimmt und beschäftigte sich als solcher vornehmlich mit Niellieren, worin er es ebenso weit wie im Stempelschneiden brachte. Nach Vasari verfertigte er die schönsten Medaillen und erhielt die Aufsicht über die Münze zu Bologna. Als Maler war er Schüler des Marco Zoppo, den er aber bald weit übertraf; auch Perugino und die Schule von Ferrara scheinen bedeutend auf ihn eingewirkt zu haben, doch ist von seinen Lebensumständen wenig mehr bekannt, als daß er in Bologna zahlreiche Schüler hatte und 1533 starb. Rafael, den er selbst in einem Sonett verherrlichte, ehrte ihn und vertraute ihm 1518 die Ausbesserung seiner heil. Cäcilia an. Herrliche Werke von F. finden sich namentlich in seiner Vaterstadt, aber auch sonst in allen bedeutendern Sammlungen. Besonders zeichnen sich seine Madonnen aus, die bei ihrer etwas herben Jungfräulichkeit doch eines hohen geheimen Reizes nicht entbehren, wie überhaupt seine Gestalten zwar minder sen und bewegt sind als die seiner größten Zeitgenossen, aber in ihrer Stronge ½ wirken. Trefflich sind seine Fresken in ta.⸗Cecilia zu Bologna; vor allem berühmt ist sein heil. Sebastian in der dortigen Kirche della Misericordia. Zu seinen zahlreichen Schülern gehört sein Sohn Giacomo 92 der ebenfalls viele gute Bilder geliefert hat, welche 4. Teil denen des Vaters täuschend ähnlich sind. Vgl. Calvi, Memorie della vita di Francesco Raibolinid (Bologna 1812). Francia (José Gaspar Tomas Rodriguez da), ewöhnlich Dr. Francia genannt, Diktator von Paraauap geb. 1757 (nach andern 1763) zu Assuncion, studierte erst Theologie, dann die Rechte, ließ sich in Assuncion als Sachwalter nieder und wurde um Alcalden seiner Vaterstadt ernannt. Als auch araguay 1811 sich von der span. Herrschaft losgerissen, wurde er Sekretär der vom Kongreß ernannten Junta, in welcher Stellung er entscheidenden Einfluß gewann. Im J. 1813 wurden Fulgencio Negros und F. auf zwei Jahre als Konsuln erwählt und mit der obersten Gewalt bekleidet. Doch wollte sh die Gewalt nicht mit einem Manne teilen, dessen Partei ihm verdächtig war. Als daher der Kongreß sich 1814 wieder versammelte, schlug F. als einziges Rettungsmittel des Staats die Ernennung eines Diktators vor und wurde nun selbst * drei Jahre zum Diktator, 1817 zum Diktator auf Lebenszeit ernannt. Kaum aber hatte er das Ziel seines Strebens erreicht, als er in seiner Verwaltung die härteste Tyrannei — Als 1 e Bewegungen hervortraten, erließ er den Besch das Land solle nach den Formen einer reinen Demokratie regiert werden und ein Kongreß von 1000 Deputierten, aus allen Bürgerklassen erwählt, die Verwaltung führen. Die gewählten Mitglieder des Kongresses aber übertrugen an F. wiederum die diktatorische Gewalt, die dieser auch annahm. F. fen alle Klöster auf und zog deren Güter zum Beten des Staates ein. Andererseits förderte er den Gewerbfleiß und den Anbau des Landes durch Gesetze und Maßregeln verschiedener Art, die freilich oft höchst gewaltsam waren. Eine durch sein tyrannisches Verfahren veranlaßte Verschwörung wurde 1820 entdeckt und durch Hinrichtung vieler Personen unterdrückt. Die Absperrung des Landes, die F. anordnete, wurde streng durch eführt; Fremden war der Eintritt in Paraguay sehr erschwert. F. lebte aus steter Furcht vor Mördern in größter flarückgezogenheit und aufs einfachste mit vier Sklaven. Das Land, welches sich unter seiner Regierung hob, hatte sich nach und nach an seine Tyrannei D18 au de und so war es ihm möglich, sein 1Y——7 is zu seinem Tode durchzuführen, der 20. Sept. Franciabigio (Francesco di Christofano), ital. Maler, geb. in Eute um 1480, begann seine Laufbahn in der Schule Albertinellis, schloß sich in der Folge aber ganz an Andrea del Sarto an, mit dem er vielfach gemeinschaftlich thätig war, dessen edle Weise ihm auch als Muster des eigenen Schaffens vorschwebte. Doch erreichte HMüdung Freund nicht immer an Feinheit und Durchbildung. Im Speisesaal des Klosters della Calza malte er das letzte Abendmahl; in der Annunziata aber seit 1513 sein gelungenstes, von dem Künstler aber in einer Zornaufwallung selber beschädigtes Fresko, die Vermählung Marias. Auch im Bildnisse hat F. Gutes geleistet. Manches davon ist in den nordischen Sammlungen, so in Berlin das Porträt eines jungen Mannes; anderes im Palaste Pitti zu Florenz. Dresden besitzt seine Bathseba im Bade aus dem Jahre 1523. F. starb 1525 in 900