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Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Garein de Tassy (Joseph Heliodore Sagesse Vertu), namhafter franz. Orientalist, geb. 20. Jan. 1794 zu Marseille, wo er seine Studien machte, und auch das Vulgärarabische erlernte. Er ging 1817 nach Paris und widmete sich dort unter Sylvestre de Sacys Leitung besonders den Sprachen des muselman. Orients. Der berühmte Lehrer wies ihn namentlich auf das Studium der mohammed. Gemeinsprache Indiens hin, der er fast seine ganze Laufbahn widmete und für deren Litteratur er sich die größten Verdienste erwarb. Niemand in ganz Europa war während eines halben Jahrhunderts mit der litterarischen Entwickelung Indiens so vertraut wie G. Nachdem für ihn ein Lehrstuhl der hindostan. Litteratur an der orient. Sprachenschule in Paris geschaffen worden war, gab er bei seiner Eröffnungsrede alljährlich einen Abriß der litterarischen Erzeugnisse Indiens, sodaß seine Reden und die seit 1870 viel voluminösern Litteraturberichte das reichhaltigste Material über die neuindische Kultur bilden. G. wurde an Talleyrands Stelle Mitglied der Akademie der Inschriften (30. Aug. 1838), später nach Julius Mohls Tode 1876 Präsident der Asiatischen Gesellschaft, und starb hochbetagt am 2. Sept. 1878 zu Paris. Außer zahlreichen Übersetzungen aus dem Arabischen, Persischen und Türkischen sind namentlich hervorzuheben seine schon erwähnten Berichte, seine kRudiments de la langue hindoustanio (Par. 1829, mit Appendices 1843), Rudiments de la langue Lindouio (Par. 1847), Les convres de Wali, célèbre pote du Dekkano (mit Ubersetzung 1834), Les aventures de Kamrupo (1834), ferner eine Ausgabe des Pend-Nameh von Saadi, «Mantik ul Atairo (Le langage des oiseaux), Doctrines et devoirs des Musulmanso (aus dem Arabischen, Par. 1827 — 40), Poésie philosophique et religieuse des Persans v (1857), (Rhétorique et prosodie de L'orient musulman (1873). Garcinia, Linnésche Pflanzengattung aus der Familie der Guttiferae. Ihre im tropischen Asien und Afrika heimischen Arten sind Bäume mit gegenständigen, lederartigen, ganzen und ganzrandigen Blättern, eingeschlechtigen, achselständigen Blüten und ein⸗ bis vielsamigen Beeren oder Steinfrüchten, welche eine rinden-oder korkartige Außenhülle besitzen. Zweige und Blätter enthalten einen gelben Milchsaft, der an der Luft erhärtet. Drei Arten, G. Morella Desv. (elliptica Wall.), G. pictoria Rocb. und G. cochinchinensis (Nois., liefern die Hauptmasse des in den europ. Handel kommenden Gummigutti (s. d.). Außerdem wird noch aus einigen andern Arten derselben Gattung ebenfalls dieser Körper gewonnen; doch sind dies weniger gute Sorten, die im europ. Handel selten vorkommen. Dasselbe gilt von G. Cambogia Desv., einem in Ostindien einheimischen Baume, den man früher allgemein für die Stammpflanze des Gummigutti hielt. Die meisten Arten haben eßbare Früchte, hauptsächlich die sog. Mangostane, G. Mangostana L., deren Früchte ungefähr die Größe einer Orange haben; ferner werden die großen, bis zu kg schweren Früchte von G. pedunculata Roæb., die wie die vorige der ind. Flora angehört, gegessen und zur Herstellung von erfrischenden Getränken benutzt. Garçon (frz.), Junggesell; Aufwärter, Kellner;

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 535Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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