Franz de Asisi (Maria Ferdinand), König von Spanien, Sohn des span. Infanten Franz de Paula, geb. 13. Mai 1822, seit 10. Okt. 1846 vermählt mit Königin Isabella II. von Spanien, erhielt am Vermählungstage den Titel König und Generalkapitän der Armee. Wegen seiner körperlichen und geistigen Schwäche hatte der franz. König Ludwig Philipp, der im Einverständnis mit der span. Königswitwe Christine diese Heirat stiftete, gerade F. zum Gemahl der Königin ausgewählt, in der Hoffnung, daß dieser seinem Sohne Montpensier, der sich gleichzeitig mit Isabellas Schwester, der Infantin Luise, vermählte, in der künftigen Thronfolge am wenigsten im Wege stehen werde. Als Isabella, welche ihren Gemahl durchaus vernachlässigte, durch die Revolution von 1868 gestürzt wurde, folgte ihr F. 30. Sept. in die Verbannung nach Frankreich, trennte sich aber im März 1870 infolge eines Vertrags vollständig von ihr. ranz (Leopold Friedrich), Herzog von Anhalt-Dessau 1751—1817, geb. 10. Aug. 1740, ein Sohn des Fürsten Leopold Maximilian, dem er unter Vormundschaft seines Oheims, des Prinzen Dietrich, in der Regierung folgte, trat 20. Okt. 1758 die Regierung selbst an. Unter seiner Teilnahme wurde 1774 das Philanthropin errichtet, 1785 die Stadtschule in Dessau und 1803 die in Zerbst völlig neu eingerichtet, 1786 eine Bildungsanstalt für die weibliche Jugend in Dessau und 1806 eine zweite in Zerbst begründet. Auch wurden ein Schulmeisterseminar, eine Pastoralgesellschaft und die Buchhandlung der Gelehrten (1781—87) gestiftet. Er beförderte Künste und Wissenschaften, berief mehrere auswärtige Künstler, verschönerte das Land durch Kunststraßen, Brücken und andere nützliche Anlagen, bemühte sich, allen Verbesserungen des Landbaues Eingang zu verschaffen, und suchte der Verarmung durch eine Brand⸗ und eine Witwenkasse vorzubeugen. Eine gleiche Sorgfalt widmete er dem ihm 1798 zugefallenen dritten Teile des Fürstentums Anhalt-Zerbst. Dabei wurden alle Schulden bezahlt, die A4 verringert und das Fürstentum zu großem Wohlstande erhoben. Er trat 1807 dem Rheinbunde bei und nahm den herogl. Titel an. F. starb 9. Aug. 1817. Ihm folgte, da Erbprinz Friedrich 27. Mai 1814 bereits verstorben, in der Regierung sein Enkel Leopold.