FeedFranz IV.
GeschichteBrockhaus 1882

Franz IV., Herzog von Modena, geb. 6. Okt. 1779, war der Sohn des Erzherzogs Ferdinand von Osterreich (gest. 1806), des Bruders der Kaiser Joseph II. und Leopold II., welcher mit Marie Beatrir (gest. 1829), der letzten Erbtochter des Hauses Este in Modena, vermählt war. Nach dem Tode seines Vaters gelangte er nicht sofort in den Besitz seines Erbes, sondern erst nach dem Sturze Napoleons, der Modena eingezogen hatte. Er beeilte sich nach seinem Regierungsantritt (1814), die wohlthätigen Neuerungen der Französischen Revolution zu beseitigen, die Jesuiten zurückzuführen, Censur und geheime Polizei in unbegrenzter Weise zu ½½ Ein im Febr. 1831 zu Modena ausgerochener Aufstand zwang ihn zur Flucht, aber die Waffen SÖsterreichs setzten ihn wieder ein. Daß er in seiner beschränkten Stellung das franz. Julikönigtum anzuerkennen sich weigerte, Don Carlos Esoiaen An und noch bei andern Anlässen sich als eifrigen Anhänger der Legitimität zeigte, veranlaßte die brit. Regierung, mit Beschwerden gegen ihn aufzutreten. F. starb 21. Jan. 1846. Seit 1812 war er vermählt mit Beatrix, der Tochter des Königs Victor Emanuel J. von Sardinien. Aus dieser Ehe entsprossen ein Sohn und zwei Töchter, von denen die ältere, Theresie (geb. 14. Juli 1817), sich 1816 mit dem Grafen von Chambord, die jüngere, Marie (geb. 13. Febr. 1824), 1847 mit dem Infanten Don Juan Carlos, dem zweiten Sohn des Prätendenten Don Carlos, vermählte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 160Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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