FeedFranz II.
GeschichteBrockhaus 1882

Franz II., der letzte Herzog der Bretagne, geb. 1435, folgte 1450 seinem Oheim Arthur III. und hielt unter heißen Kämpfen die Selbständigkeit seines Herzogtums gegen Ludwig XI. von Frankreich aufrecht. In der Ligue du bien publie, welche unter dem Grafen von Charolais, dem spätern Karl dem Kühnen (s. d.), eine Reihe franz. r Hert gegen den König vereinigte, war er eins der hervorragendsten Mitglieder. Der Friede von Conflans (1463) machte dieser Fehde ein Ende, aber schon 1468 brach sein Kampf mit der Krone von neuem aus, als er den Herzog von Berri im Besitz der Normandie gegen die Annexionslust Ludwigs XI. sichern wollte. Erst 1475 kam der Friede in der Abtei de la Victoire bei Senlis zu Stande, ohne doch der feindseligen Haltung der beiden Parteien ein Ende zu machen. Im J. 1478 bereits schloß F. ein Bündnis mit Eduard IV. von England, dessen Thronerben er mit seiner Erbtochter Anna verlobte. Ludwig XI. war im Begriff, von neuem das Schwert zu ziehen, als er 30. Aug. 1483 starb; sein Nachfolger, Karl. VIII., aber ließ es seine vornehmste Aufgabe sein, F. zu bändigen. Die Eroberung von Nantes und die Niederlage bei St.⸗ Aubin (Juli 1488) brachen in der That dessen Macht; kurz darauf (9. Sept. 1488) starb er.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 160Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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