FeedFranz V.
GeschichteBrockhaus 1882

Franz V., Herzog von Modena, Sohn des vorigen, geb. 1. Juni 1819, vermählte sich 1842 mit Adelgunde (geb. 19. März 1823), der Tochter des Königs Ludwig J. von Bayern, und folgte 1846 seinem Vater in der Regierung. Infolge der Abdankung des Herzogs von Lucca und des Todes der Marie Luise von Parma, Witwe Napoleons I., wurde 1847 das Gebiet von Modena um Fivizzano und Guastalla erweitert. Als die Revolution von 1848 ausbrach, floh F. nach OÖsterreich und kehrte erst nach der Niederlage der Piemontesen 10. Aug. 1848 in seine Hauptstadt zurück. Bei Beginn des Kriegs von 1859 rüstete F. gegen Napoleon III., den er nie anerkannt hatte. Waffen, Kleinode und 80 polit. Gefangene schickte er nach Mantua, wohin er nach der Schlacht von Magenta gleichfalls folgte. Die hne Wiebereinseeung von Villafranca nahmen seine Wiedereinsetzung in Aussicht. Dieselbe unterblieb jedoch, und durch das Dekret Victor Emanuels II. vom 18. März 1860 wurde Modena mit Sardinien vereinigt. Seit der Katastrophe von 1859 lebte F. teils in Wien, teils auf seinen Gütern in Böhmen. Die sog. Estensische Brigade wurde Ende 1862 rhalnme da der österr. Reichsrat die weitere Unterhaltung derselben verweigerte. In der österr. Armee bekleidete er den Rang eines Auenlled des.Horrenaui⸗ auch war er als Erzherzog itglied des Herrenhauses. F. starb zu Wien 20. Nov. 1875. Mit ihm erlosch das Haus Este (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 161Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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