Frauz von Paula, der Stifter des Ordens der Minimen (s. d.), geb. 1416 zu Paula, einem Städtchen in Calabrien, wurde von seinen Eltern dem heil. Franz von Asisi geweiht und schon im 12. Lebensjahre in das Franziskanerkloster San-Marco in Calabrien gebracht, wo er sich durch strenge Ascese auszeichnete. Nach einer Pilgerfahrt nach Asisi und Rom lebte er, 14 J. alt, in der Heimat als Einsiedler in einer Felsengrotte. Kaum 20 J. alt, fand er seiner Frömmigkeit wegen bereits viele Anhänger, die sich neben seiner Grotte Zellen erbauten. Von dem Erzbischof 80 Cosenza erhielt er hierauf die Erlaubnis zum Bau eines Klosters und einer Kirche, der auch 1436 zu Stande kam. Das Gerücht von den Wunderkuren, welche F. verrichtet haben sollte, bewirkte, daß ihn Ludwig XI. von Frankreich an sein Sterbebett rief. Auf Befehl Sixtus IV. begab sich F. auch nach Frankreich, wo er freilich den Tod des Königs nicht zu verhindern vermochte. Karl VIII. bediente sich seines Rats bei den wichtigsten Angelegenheiten und ließ ihm ein Kloster zu Plessis-les-Tours und ein anderes zu Amboise bauen. Auch Ludwig XII. wußte ihn in Frankreich zu fesseln. F. starb zu Plessis-les-Tours ceiprach 1507 und wurde 1513 selig, 1519 heilig gesprochen. ranz von Sales, Stifter des Ordens der Salesianerinnen, geb. 11. Aug. 1567 auf dem Schloß der Grafen von Sales in der Nähe von Annecy in Savoyen, studierte in Paris und Padua die Rechte, wandte sich gegen den Willen der Eltern der Theologie zu, erhielt 1591 die Weihen und wurde in das Kapitel des Bischofs von Genf aufgenommen, der damals in Annecy residierte. Zum Lohn für sein erfolgreiches Wirken, das nördl. Savoyen dem Katholizismus wiederzugewinnen, ward F. 1599 Koadjutor des Bischofs von Genf und 1602 Bischof. Seit 1604 ward F. mit der Frau von Chantal bekannt und eng befreundet, und stiftete mit ihr zusammen den weiblichen Orden der Visitantinnen oder Salesianerinnen (s. d.). F. hat wertvolle Erbauungsschriften verfaßt. Er starb 28. Dez. 1622 zu Lyon, ward 1661 selig und 1665 heilig gesprochen. Sein Gedächtnistag ist der 29. Jan. Vgl. &Oeuvres complétes de Saint-Frangois de Salesv (5 Bde., Par. u. Lyon 1830—34); Rensing, „Lebensgeschichte des heiligen F.» (Paderb. 181⁸); Hamon, «Vie de François de Sales v (5. Aufl., 2Bde., Par. 1867); Perennes, Iistoire de Saint-Frangois de Salese (3. Aufl., 2 Bde., Par. 1879).