FeedFrayssinous (Denis, Graf von)
ReligionBrockhaus 1882

Frayssinous (Denis, Graf von), franz. legitimistischer Politiker, geb. zu Curieres in Gascogne 9. Mai 1765, war Geistlicher an der Karmeliterkirche in Paris, wurde dann unter Napoleon I. Generalinspektor der Akademie von Paris und erhielt ein Kanonikat bei der Kirche von Notre-Dame. Er predigte nun zu St.⸗Sulpice, bis ihm dieses 1809 untersagt wurde. Nach der Restauration wieder im Besitze seiner Kanzel, bekämpfte er eifrigst alle nicht royalistischen Ansichten und wurde zum Censor ernannt. Nach der Restauration wurde er erster Almosenier und Hofprediger Ludwigs XVIII., dann Titularbischof von Hermopolis, Großoffizier der Ehrenlegion, Graf und Pair; auch stellte man für ihn die Würde eines Großmeisters der Universität Paris wieder her. Im J. 1824 wurde ihm das neuerrichtete Ministerium des Kultus übertragen; in dieser Stellung begünstigte er die Jesuiten und die Kongregationen. Nachdem er 1828 zugleich mit Villle das Portefeuille niedergelegt, erhielt er im Aug. 1829 die feuille des bénéfices, d. h. das Recht der Präsentation für die Erzbistümer, Bistümer und andere geistliche Titel. Infolge der Julirevolution begab er sich nach Prag an den Hof Karls X. und später nach Görz, wo er an der Leitung der Erziehung des Herzogs von Bordeaux teilnahm. Seit 1838 nach Frankreich zurückgekehrt, lebte er zurückgezogen und starb zu St.⸗Genies in Gascogne 12. Dez. 1841. Großes Aufsehen erregte zu ihrer Zeit seine Schrift 4Défense du christianismes (3 Bde., Par. 1825), zu der die nach seinem Tode erschienenen „Conférences et discours inédits o (Par. 1842) die Fortsetzung bilden. Vgl. Henrion, Vie de F.» (Par. 1842).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 252Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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