FeedFridolin oder Fridold
ReligionBrockhaus 1882

Fridolin oder Fridold, der Heilige, soll der erste Verkündiger des Christentums in Deutschland gewesen sein. Nach der Legende stammte er aus einem der angesehensten und reichsten Geschlechter Irlands, widmete sich mit Eifer den Wissenschaften und predigte als Priester den Heiden seiner Heimat das Evangelium. Dann verschenkte er seine Güter, begab sich nach Frankreich und betrieb zu Poitiers die Wiedererbauung der Kirche des heil. Hilarius und die Erhebung der Reliquien desselben. Später machte er sich auf, als Stätte seiner Wirksamkeit eine rings umflossene Rheininsel zu suchen, gründete Kirchen zu Ehren des Hilarius in den Vogesen, in Straßburg und Chur, ließ sich auf der Rheininsel Säckingen nieder, wo er eine Kirche und ein Frauenkloster baute und an einem 6. März (nach 511) starb. — Diese Nachrichten stammen aus der Lebensbeschreibung, welche der Mönch Balther ums Jahr 1000 schrieb, und sind deshalb sehr unsicher. Nicht einmal das Todesjahr ist bekannt. eh. geichrabene eine wahrscheinlich im 14. Jahrh. geschriebene isländ. Geschichte von dem norweg. sagenhaften Helden Fridthiof dem Tapfern, die mit romantischen Zügen geschmückt und auch an skaldischen Strophen reich ist. Es ist die Liebesgeschichte Fridthiofs und der schönen Ingebiörg, Tochter Königs Beli vom Sygnafylki. Ihre Brüder weisen den Werber ab und vermählen die Schwester dem alten König Hring. Eine Menge Abenteuer Fridthiofs sind die Folge. Derselbe wird wegen des von ihm veranlaßten Brandes des Baldurtempels friedlos; doch findet er bei König Hring Zuflucht, bewahrt diesem trotz mancher Versuchung die Treue und erhält von dem Sterbenden sein Reich. Er vermählt sich nun mit Ingebiörg und siegt im Kampfe mit Ingebiörgs Brüdern, deren Land er, wie später auch Hördaland, gewinnt. Die Saga ist herausgegeben in Björners cKämpa Datero (Stockh. 1737), ferner in den Fornaldarsögurs von Rafn (Bd. 2), in Dietrichs «Altnordischem Leseb15 und in L. Ettmüllers «Altnordischem Lesebuchv. übersetzt ist sie ins Deutsche von Mohnike (Strals. 1830), dem Calaminus (in dem «Archiv für das Studium der neuern Spracheno, Bd. 35, Braunschw. 1864), Jos. Cal. Poestion (Wien 1879) und Wilib. Leo (Heilbr. 1879). Der schwed. Dichter Tegner (s. d.) hat nach der alten Saga sein berühmtes Gedicht Fridthiofssagas verfaßt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 304Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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