Goßmann (Friederike), namhafte deutsche Schauspielerin, geb. 23. März 1838 zu Würzburg, ist die Tochter des auch als Dichter bekannten Gymnasialprofessors Joh. Baptist G. und der als Konzertsängerin geschätzten Joh. Konstantia, geb. Weinzierl (1807 —40). Sie erhielt durch ihren Vater, der bald nach München übersiedelte, eine gute Erziehung, und bei Konstanze Dahn, der bayr. Hofschauspielerin, Unterricht in der Deklamation. Am 25. Juni 1853 debütierte sie bereits an der Seite ihrer Lehrerin als Leonie in Scribes Damenkriego. Der Erfolg, den sie in München erzielte, verhalf ihr nach kurzem Aufenthalt zu Würzburg 1854 zu einem einjährigen Engagement an der Bühne in Königsberg, nach dessen Ablauf sie als Mitglied der Gesellschaft Hassels einen Sommer in mehrern Provinzialstädten Preußens in den verschiedensten Rollenfächern auftrat. Ihren Ruf begründete sie sich während des Winters von 1854 auf 1855 zu Elbing, wo sie ungewöhnlichen Beifall erntete. Nach einem kurzen Aufenthalt in Danzig verbrachte sie den Sommer 1855 zu Berlin, wo sie zu Charlotte Birch-Pfeiffer in naßere Beziehungen trat. Im Herbst desselben Jahres an o an das Thaliatheater nach Hamburg, an dessen Repertoire sich ihr Talent während eines anderthalbjährigen Engagements erst nach der Richtung herausbildete, in der es sich später durch die Mischung von originellem Humor und rührendem Ernst zu einer hervorragenden Spezialität entwickelt hat. Im Mai 1857 folgte Friederike G. einem Rufe an das Hofburgtheater nach Wien, auf welchem sie das Jahr vorher auf das beifälligste gastiert hatte und 7. Mai 1857 als Sabine ihre Antrittsrolle spielte. Schon nach wenigen Vorstellungen war die Künstlerin der Liebling des Publikums; mit der 4Grilles, welche Frau Birch-Pfeiffer eigens für sie geschrieben, erregte sie den größten Enthusiasmus. Nachdem sie 7. März 1861 von der wiener Hofbühne Abschied genommen, vermählte sie sich 10. März mit Anton Freiherrn (späterm Grafen) von Prokesch-Osten und verlebte mit diesem die nächste Zeit in Konstantinopel. Seit 1862 betrat sie jedoch die Bühne von neuem und feierte mit iPete Gastspielen zu Berlin, München, Stuttgart, Petersburg, Amsterdam und andern Orten Triumphe. neuerer Zeit erscheint sie nur noch in Wohlthätigkeitsvorstellungen.