Friedrich I., Kurfürst von Brandenburg (als Burggraf von Nürnberg Friedrich VI.), geb. um 1371 als jüngerer Sohn des Burggrafen Friedrich V., trat mit seinem ältern Bruder Johann früh in luxemburg. und österr. Dienste, kämpfte unter Könin Sigismund von Ungarn 1396 bei Nikopolis und trat, heimgekehrt, anfangs vermittelnd zwischen König Wenzel und der Partei Ruprechts von der Pfalz auf, bis er Sept. 1399 sich auf des letztern Seite stellte. Bei der Wahl Ruprechts zum röm. König, 21. Aug. 1400 in Oberlahnstein, war 8 zugegen. Die folgenden d1 der allgemeinen erwirrung waren auch für die Herrschaft F.s, der 18. Sept. 1401 die aschöne Elses von Bayern heimführte, en Benghand f. Schwere Fehden zerrütteten seinen Besitzstand so sehr, daß er Sommer 1408 das selbständige Regiment aufgab und in den Dienst König Sigismunds von Ungarn trat. Für diesen war F. seit dem Sommer 1410 der thätigste Agent in der Bewerbung um die röm. Königskrone; als Vertreter der brandenburg. Kurstimme nahm er an der Wahl in Frankfurt 20. Sept. 1411 teil und erhob sich von nun ab zum vornehmsten Vertreter der königl. Macht im Reiche. ⁷¹ Dank für diese Dienste ernannte ihn Lerwefe zunächst zum obersten Hauptmann und Verweser der Marken, mit unumschränkter Verfügung über das Land auch für seine Erben, dann zum Besitzer selbst, später, nachdem F. dort die Ordnung und Sicherheit der die fürstl. Nachbarn und den rebellischen Adel der Quitzows und ihrer Freunde wieder gegründet, 30. April 1415 zum Markgrafen und Erzkämmerer des Reichs und 18. April 1417 zum Kurfürsten. In dieser Zeit nahm F. in Reich und Kirche eine der höchsten Stellen ein, denn er war es, der im Namien des Kaisers und des Konzils von Konstanz den Herzo 5 geluc von Osterreich, den geächteten Beschützer des geflüchteten Papstes Johann ir Unterwerfung zwang und den Kaiser während ner Reise nach Frankreich und England (Juli 1416 bis Jan. 1417) am Konzil und im Reich vertrat. Als Sigismund nach Schluß des Konzils aus dem Reich ging, ernannte er 2. Okt. 1418 F. 6435 höchsten Würde selbst emporsteigen könnte. herade da aber wandelte sich das intime Verhältnis F.s zum Kaiser in bitterste Feindschaft. Während er die auf gewaltsame Vernichtung der Husten gerichtete Politik Sigismunds mißbilligte, loß er mit dem Polenkönig Jagiello, der jene begünstigte, einen Ehevertrag (1421) und nahm teil an allen Schritten der dem Kaiser feindlichen Fürstenpartei. Dafür stachelte dieser F.s Gegner im obern und niedern Deutschland, besonders die Bayern gegen ihn auf. Seit 1427 organilen und leitete F. den Reichskrieg gegen die Hus- und Taus fuhrte. Diese Siege der Ketzer regten den Gedanken an die friedliche Vermittelung des religiösen Kampfes von neuem an. F., der hierfür chon früher thätig gewesen, brachte auch jetzt die rhandlungen in Gang und wesentlich zum Ab-Gutt in den Prager Kompaktaten (30. Nov. 1433). eit 1437 lebte er zurückgezogen auf der Cadolzburg, legte jedoch bis zuletzt das Schwergewicht seines Einflusses, besonders bei den Königswahlen Albrechts II. und Friedrichs III. in die Wagschale. starb 20. Sept. 1440 auf der Cadolzburg. Er der Begründer der hohenzollernschen Größe, der Ahnherr des neuen Deutschen Kaiserhauses. Sein Wahlspruch war, gein Amtmann Gottes am Fürstentum zu seinv, damit edas Recht gestärkt, das Unrecht aber gekränkt werder. Brandenburg, zweiter Sohn des vorigen, geb. 19. Nov. 1413, ward acht Jahre alt (April 1421) mit der Erbprinzessin von Polen verlobt und seit 1422 als Thronfolger am poln. Hof Braut v. lang erzogen, bis der plötzliche Tod seiner Braut das Verhältnis löste. Seit 1440 regierte er die Marken und erhielt von den Zeitgenossen den Beinamen des Eiserneno. Absichtlich zog er si von der meen Etrtt zurück und widmete seine Kraft der innern Stärkung der Kurlande und ihrer Stellung gegenüber dem slaw. Osten. Adel und Städte, besonders Berlin und Kölln a. d. Spree hatten seine Hand schwer — fühlen. Er zerbrach die Verbindungen der Städte, bändigte die Selbständigkeitsgelüste Berlin-Köllns durch den Bau des Schlosses, 1451 vollendet, die Reformationen von 1442 und 1447, und zwang durch Konkordat mit dem Papst 1447 die Bischöfe in die Landsässigkeit zurück, erhielt dieknieche dadurch die umfassendsten Rechte über die Kirche des Landes. Nach außen sicherte er die Kurlande durch den Erbvertrag mit Mecklenburg (1442), den Erbvertrag mit Sachsen und Hessen (1457), den Vertrag mit dem Erzstift Magdeburg (1449), den Kauf der Landvogtei über die Lausitz, Kottbus und andere Herrschaften, und vor allem den Erwerb der Neumark vom Deutschen Orden für 40000 Fl. (1454). Hingegen mißglückte durch den bewaffneten Widerstand der Pommern der Erbfall Pommern-Stettins (1464—69). Im April 1470 trat F. die Herrschaft seinem Bruder Albrecht Achilles ab. Im Sept. 1470 ging er auf die Plassenburg und starb 10. Febr. 1471 zu Neustadt a. d. Aisch.