FeedLewal (J. L.)
GeschichteBrockhaus 1882

Lewal (J. L.), franz. Divisionsgeneral und Kriegsminister, namhafter Militärschriftsteller, geb. 13. Dez. 1823 in Paris, nahm an den Kämpfen in Italien 1859 als Eskadronchef, in Mexiko seit 1862 als Generalstabsoffizier mit Auszeichnung teil, wurde 1866 von Niel mit Reorganisation des Generalstabes nach preuß. Muster beauftragt und war 1870 Oberst in der Rheinarmee, mit welcher er die Schlachten bei Metz mitmachte und nach der Kapitulation von Metz in deutsche Kriegsgefangenschaft geriet. Schon vor dem Kriege hatte sich L. eifrig mit militärwissenschaftlichen Studien beschäftigt, und von ihm ist die Anregung damals ausgegangen, durch Vorträge die Ergebnisse derartiger Studien im franz. Offizierkorps zu verbreiten. Er schrieb ein Werk über die Reform der Armee und veröffentlichte unter dem Pseudonym Studens eine Reihe von Studien über Militärorganisation, welche Aufsehen erregten und mit den altgewohnten Anschauungen der franz.Kriegsverwaltung vollständig brachen. L.galt als das Haupt der Reformpartei und wurde deshalb nicht in die Centralverwaltung berufen; doch verwertete man seine umfassenden Kenntnisse dadurch, daß man ihn zum Direktor der Ecole supérieure de guerre (der rad. Kriegsakademie) ernannte, und dort wirkte er anregend auf die Ausbildung der zukünftigen Generalstabsoffiziere ein. Er wurde 1874 Brigadegeneral, übernahm 1877 die oberste Leitung der Kriegsschule, 1880 das Divisionskommando der 33. Division zu Montauban und wurde 13. März 1883 kommandierender General des 17. Armeekorps zu Toulouse. An Stelle Campenons wurde . 4. Jan. 1885 zum Kriegsminister ernannt, um die beschlossene energische Kriegführung gegen China herbeizuführen. L. verfügte sofort die Absendung namhafter Verstärkungen nach Tongking.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 44Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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