Friedrich IV., deutscher König 1440—93, als röm. Kaiser Friedrich III., als Erzherzog von Osterreich Friedrich V., der Sohn Herzog Ernsts des Eisernen und dessen Gemahlin, der masovischen Cymburgis, geb. zu Innsbruck 21. Sept. 1415, trat, nachdem er, kaum mündig geworden, einen Zug nach dem Gelobten Lande unternommen hatte, 1435 nebst seinem unruhigen Bruder, Albrecht dem Verschwender, die Regierung seiner Länder (Steiermark, Kärnten, Krain) an, die freilich verhältnismäßig nur wenig eintrugen, und wurde Vormund für seine Vettern, Sigmund von Tirol und Ladislaw Posthumus von Niederösterreich, Ungarn und Böhmen. Nach König Albrechts II. Tode 1439 einstimmig zum König gewählt, entschied sich F. erst nach elfwöchentlicher Unschlüssigkeit für die Annahme der Reichskrone und wurde 1442 zu Aachen gekrönt. Gleich im Anfange seiner Regierung geriet er in einen Krieg mit einem Bruder Albrecht, der in Vorderösterreich regierte, und konnte bloß durch Erlegung einer bedeutenden Geldsumme denselben zur Herausgabe des von diesem besetzten Teils seiner Länder bewegen. Hierauf brachen die Ungarn unter Johannes Hunyad, um F. hen Auslieferung des von ihnen zum König gewählten Prinzen Ladislaw zu zwingen, 1445 verheerend in Osterreich ein, belagerten Wienerisch-Neustadt und erzwangen endlich durch einen zweiten Einfall und die erneuerte Belagerung Wiens 1452 unter Ulrich Eyzinger, gegen die F., wie das erste mal, auch nicht den geringsten Versuch zur Abwehr wagte, die Rückgabe ihres Königs. Ebenso wenig unternahm er etwas Ernstliches gegen Mailand, als dort nach Erlöschen des Mannsstammes der Visconti 1447 der Usurpator Sforza des mailändischen Staats, eines deutschen Lehns, sich bemächtigte. Um die dem Hause Osterreich entrissenen Krongüter wieder zu erlangen, mischte er sich aber in die Angelegenheiten der uneinigen Schweizerkantone und rief, selbst zu schwach, fremde Kriegsvölker, die sog. Armagnacs (s. d.), aus Frankreich herbei, welche, nachdem sie 1444 bei St. Jakob an der Birs von den Schweizern geschlagen worden, ihre Waffen zum Teil gegen Deutschland und Ssterreich selbst richteten. In der pfälz. Erbfolge 1449 verfeindete sich F. mit Friedrich dem Siegreichen, dem Bruder des verstorbenen Ludwig, der statt seines unmündigen Neffen Philipp die Kur für sich verlangte und, als F. widersprach, Mainz, Trier und mehrere andere deutsche Fürsten auf seine Seite brachte, die den Beschluß faßten, den König abzusetzen und an seine Stelle den Böhmen Georg Podiebrad zu wählen, was jedoch nicht zur Ausführung kam. Dem Baseler Konzil war er anfänglich geneigt, ließ sich aber von Aneas Sylvius durch große pekuniäre Begünstigungen für den Papst gewinnen. Der kluge Aneas (der nachmalige Papst Pius II.), jetzt sein Ratgeber und Sekretär, der die Mittelsperson zwischen dem Papste und den Fürsten machte, wußte den Rat der Fürsten so zu teilen, daß sie sich einzeln in dem sog. Fürstenkonkordat dem Papst Eugen unterwarfen und endlich in dem sog. Wiener Konkordat von 1448, das der 4* erst allein mit dem Papste schloß, und dem die Reichsfürsten nachher gleichfalls einzeln beitraten, alle Beschlüsse des