FeedFriedrich der Ernsthafte
GeschichteBrockhaus 1882

Friedrich der Ernsthafte, Landgraf von Thüringen und Markgraf von Meißen, Sohn des vorigen, geb. 1310, war 14 Jahre alt, als sein Vater starb. Bis 1329 stand er unter der Vormundschaft seiner Mutter Elisabeth, welche ansangs den Grafen Heinrich XVI. von Schwarzburg, dann den Vogt Heinrich XII. von Plauen als Mitvormund einsetzte. Nachdem seine frühe Verlobung mit der böhm. Prinzessin Jutta rückgängig Tochten war, heiratete er 1329 Mechthild, die ochter Kaiser Ludwigs, und gelangte dadurch in den Besitz von Mühlhausen und Nordhausen. F. hatte Kämpfe gegen den König Johann von Böhmen und andere zur Sicherstellung des Landfriedens und zur Beugung des unbotmäßigen Adels zu bestehen; er verfolgte dabei die kluge Politik, sich gegen diesen Adel auf begünstigte Städte zu stützen. * J. 1338 publizierte er einen Landfrieden für hüringen. Nach Kaiser Ludwigs Tode (1347) ward ihm die deutsche Krone angeboten, doch lehnte er dieselbe zu Gunsten des Böhmenkönigs Karl ab. Er starb 18. Nov. 1349 und hinterließ die durch ihn erweiterten Besitzungen des wettinischen Hauses seinen Söhnen Friedrich, Balthasar und Wilhelm.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 338Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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