FeedFriedrich
GeschichteBrockhaus 1882

Friedrich heißen sämtliche Herzöge von Schwaben staufischen Geschlechts im 11. und 12. Jahrh. F.s von Büren (bei Lorch) Sohn, F. I., erhielt vom Kaiser Heinrich IV. zur Belohnung seiner Treue 1079 das Herzogtum Schwaben, in dessen Verteidigung er jedoch einen schweren Stand hatte, da alle Feinde des Kaisers in jenen Gegenden: der Gegenkönig Rudolf von Rheinfelden, die Welfen und die Zähringer, über ihn herfielen. Erst 1098 konnte er sich gesichert halten, als die Welfen sich mit dem Kaiser versöhnt hatten und die Iul ringer mit Reichsgütern und dem herzoglichen Titel abgefunden wurden. F. ist der Erbauer der Burg (Hohen⸗) Staufen und des Klosters Lorch, wo er 1105 begraben wurde. Aus seiner Ehe mit Agnes, der Tochter Heinrichs IV., hatte er zwei Söhne, F. II., welcher ihm in Schwaben folgte, und Konrad, der von Heinrich V. das Herzogtum in Ostfranken erhielt. Da die Brüder beim Tode Heinrichs V. 1125 auch noch die Familiengüter des salischen Kaiserhauses erbten, waren sie so mächtig, . mit Sicherheit auf die Krone selbst rechnete. Als sie ihm nicht zuteil wurde, sondern dem Herzog Lothar von Sachsen, und als dieser außerdem das salische Erbgut bestritt, da griffen die Brüder zu den Waffen, und F. bewirkte, daß Konrad 1127 zum Gegenkönig aufgestellt und 1128 in Italien zum lombard. Könige gekrönt wurde, ohne jedoch weitere Erfolge zu erringen. Im Kampfe mit Lothar, welcher die Welfen und den Papst für sich hatte, erlagen sie aber vollständig und verdankten es nur der Gnade des Kaisers, daß er ihnen bei der Unterwerfung 1135 die bisherigen Güter, Lehne und Würden ließ. Neue Kämpfe erwuchsen den Brüdern nach dem Tode Lothars 1137, als Konrad nun wirklich König (Konrad III.) wurde und nun seinerseits die Macht der Welfen zu brechen suchte. F. verhalf ihm durch seine Hilfe zum Siege. Als er 1147 starb, ging das schwäb. Herzogtum auf den Sohn aus seiner ersten Ehe mit der welfischen Judith, Tochter des Bayernherzogs Heinrich der Schwarze, über, auf den 1121 geborenen F. III. (S. Friedrich I. der Rotbart, S. 315.) Nachdem dieser 1152 zum deutschen Könige erhoben worden war (als F. I.), gab er Schwaben seinem Vetter, dem jungen Sohne des Königs Konrad III., F. IV., welcher von seinem Vater auch die fränkischen Güter des Hauses geerbt hatte. Alles zusammen fiel aber 1167 an den Kaiser zurück, als die Seuche, welche dessen Heer auf dem Feldzuge gegen Rom lichtete, auch den jungen Herzog dahinraffte. Inzwischen hatte F. selbst Söhne bekommen: den ältesten (Heinrich VI.) bestimmte er zu seinem Nachfolger im König⸗ und Kaisertume, den zweiten aber (F. V.) stattete er, wie es scheint, gleich bei der Geburt mit Schwaben aus, dessen Verwaltung er natürlich noch lange Jahre selbst führte. Die selbständige Verwaltung des Landes und der dortigen Hausgüter, welche 120 noch durch den Ankauf der dortigen Erbgüter der Welfen vermehrten, wird F. V. wohl erst dann bekommen haben, als er auf dem großen Pfingstfeste zu Mainz 1184 zusammen mit dem ältern Bruder das Schwert erhalten hatte. Er begleitete den Vater auf dem dritten Kreuzzuge und chen nach dem Tode desselben den Rest des deutschen Kreuzheeres über Antiochien gegen Acca, wo er im Okt. 1190 anlangte. Bei der Einschließung der Stadt wurde er 20. Jan. 1191 das Opfer einer das Lager verheerenden Krankheit. Erbe in Schwaben wurde nun durch Belehnung Heinrichs VI. sein jüngerer Bruder bel. alg und dieser behielt die dortige Herzogswürde bei, als er selbst 1198 zur Krone gelangte. Die spätern staufischen Könige machten es ebenso. Vgl. Chr. Fr. von Stälin, «Württemberg. Geschichtes (Bd. 1 u. 2, Stuttg. 1841); P. F. Stälin, (Geschichte Württembergso (Bd. 1, Gotha 1882).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 348Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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