FeedFries (Elias)
AllerleiBrockhaus 1882

Fries (Elias), ausgezeichneter schwed. Botaniker, geb. 15. Aug. 1794 im Kirchspiele Femsjö im Stifte Wexiö, Sohn des dortigen Pfarrers, studierte in Lund und wurde daselbst 1814 Docent, 1819 Adjunkt und 1828 Demonstrator der Botanik. Als Professor der praktischen Okonomie ging er 1834 nach Upsala, wo er 1851 auch die Professur der Botanik, sowie die Direktion des Botanischen Museums und des Botanischen Gartens der Universität erhielt. Die Universität Upsala wählte ihn zu ihrem Deputierten für die Reichstagsversammlungen 1844—45 und 1847—48, in denen er beidemal als Mitglied des Konstitutionsausschusses wirkte. Seit 1859 lebte er emeritiert zu Upsala und starb daselbst 8. Febr. 1878. In seinen Forschungen umfaßte F. die gesamte Botanik, Phanerogamen wie Kryptogamen. Auch führte er in Schweden zuerst die morpholog. Bebandlung derselben und das natürliche System ein. Die Gründe für letzteres entwickelte er in dem Systema orbis vegetabilise (Lund 1825). Die größten, auch außerhalb seines Vaterlandes gewürdigten Verdienste hat er sich aber durch zahlreiche Arbeiten über spezielle Gegenstände der Botanik erworben. Sein erstes Hauptwerk dieser Art war das durch die Observationes mycologicaen (2 Bde., Kopenh. 1815—18; neue Aufl., Kopenh. 1824) und andere Schriften vorbereitete Systema mycologicumo (3 Bde., Lund u. Greifsw. 1821 — 29; Suppl., Lund u. Greifsw. 1830 -32), welches in dem Elenchus fungorumv (2 Bde., Greifsw. 1828) und später in Novae symbolae mycologieae (Abteil. 1, Ups. 1851) eine Ergänzung erhielt. Für einen andern Teil der kryptogamischen Botanik, die Lichenen, schuf F. durch die (Lichenographia Europaea reformata (Lund u. Greifsw. 1831) eine sichere Grundlage, nachdem er schon vorher eine Sammlung von Lichenes Sueciae exsiccatio in 14 Heften nebst erläuternden Schedulae criticaey (7 Hefte, Lund 1824—33) herausgegeben. Unter seinen Monographien verdienen die Symbolae ad historiam Hieraciorumo (Ups. 1848), die Anmärkningar öfver de i Sverige växande Pilartero (Ups. 1859), die Monographia Hymenomycetum Sueciaer (2 Bde., Ups. 185763) und das Kupferwerk 4Sveriges ätliga och giftiga svamparo (Stockh. 1862 fg.) besondere Erwähnung. Daneben hat F. von Jugend auf ununterbrochenen Fleiß auf die Bearbeitung der Flora Skandinaviens gewendet und die Ergebnisse seiner sorgfältigen Orschungen unter anderm in der Flora Hallandica (Lund 1817), den Novitiae flerae Zuecicaer (2. Aufl., Lund 1828), wozu drei wichtige Mantissaer (3 Hefte, Lund u. Ups. 1832—48) gehören, ferner in der Flora Scanicao (Ups. 1836) und der »Summa vegetabilium Scandinaviae (Bd. 1, 2, Stockh. u. Lpz. 1846—49) niedergelegt. Ein mit großen Kosten und Mühe zusammengebrachtes Herbarium normalen (Ups. 1847 fg.) enthält die seltenen Pflanzen des gesamten Skandinavien in getrockneten Exemplaren. Außerdem hat 0. eine große Menge kleinerer Aufsätze herausgegeben, von denen er einiges in den auch stilistisch ausgezeichneten Botaniska utflygters (3 Bde., Ups. 1843—64) zusammenstellte. Seine Schrift Aro naturvetenskaperna nägot bildningsmedeb (Ups. 1842) wurde von Hornschuch (Dresd. u. Lpz. 1844) ins Deutsche übertragen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 357Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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