Friedrich, Freiherr von F., der Röthaischen Hauptlinie des Hauses angehörig, geb. 11. Okt. 1796, besuchte die Schule zu Pforta, machte 1813 —15 die Feldzüge mit und diente, nachdem er inzwischen zu Leipzig studiert, noch einige Jahre als Lieutenant in der sächs. Armee. Im J. 1820 trat er als Accessist in das Geheime Finanzkollegium; 1822 ward er zum Amtshauptmann in Freiherg und 1825 zu Borna ernannt. Seit 1830 Geh. Finanzrat, nahm er nach einigen Jahren seinen Abschied und zog sich auf sein Rittergut Rötha zurück. F. war seit 1833 Mitglied der Zweiten Kammer, seit 1812 Mitglied der Ersten Kammer des sächs. Landtags, an dessen Verhandlungen er lebhaften Anteil nahm. Im J. 1865 erfolgte seine Ernennung zum Geh. Rate und im Juni 1868 zum Wirkl. Geh. Rate. Er starb 21. März 1871. Er war einer der Mitbegründer des Erbländischen ritterschaftlichen Kreditvereins zu Leipzig. Hermann, Freiherr von F., Bruder des vorigen, geb. 27. Febr. 1802, besuchte 1816 —21 die Furstenschule zu Meißen und studierte dann bis 1825 abwechselnd zu Leipzig und Göttingen. Nachdem er bis 1843 eine Reihe von Jahren als Ceremonienmeister am sächs. Hofe thätig gewesen, lebte er in ländlicher Zurückgezogenheit bis 1859 zu Berggießhübel und wurde 1860 zum königl. Hofmarschall und 1866 zum Oberhofmarschall ernannt. Während der Jahre 1825—42 lebte F. zu Dresden in fallen del tlichem Verkehr mit Tieck. In diese Zeit fallen seine Versuche auf dem Felde der Novellistik und ästhetischen Kritik. Seit 1859 widmete sich F. vorzugsweise dem Studium Shakspeares. Außer Beiträgen zum „Jahrbuch der Deutschen Shakspeare-Gesellschafty veröffentlichte er (Briefe über Shakspeares Hamlety (Lpz. 1864), (Das Buch: Shakspeare von Gervinus. Ein Wort über dasselbes (1869), „Shakspeare-Studien v (2 Bde., Wien 1874 75), Ludwig Tieck. Erinnerungen eines alten Freundes aus den Jahren 1825 — 42 (2 Bde., Wien 1871). Auch verfaßte er die Biographie: »Julius Heinrich Graf von F. Ein Lebensbild aus dem Ende des 17. Jahrh.y (Lpz. 1870). F. starb 23. Jan. 1882 in Dresden. einrich, Freiherr von F., geb. 23. Mai 1831, der älteste Sohn des vorigen, sächs. Major a. D., folgte seinem kinderlos verstorbenen Oheim Friedrich im Besitze des Majorats Rötha.