FeedFalkenstein (Joh. Paul, * von)
GeschichteBrockhaus 1882

Falkenstein (Joh. Paul, * von), königl. sächs. Staatsminister, K0 zu Pegau 15. Juni 1801, war Zögling der losterschule Roßleben, beuusd behufs Studiums der Rechte seit 1819 die niversität Leipzig und habilitierte sich hier 1822 als Privatdocent der Rechte. Im J. 1824 zum Rat bei dem damaligen Oberhofgericht in Leipzig ernannt, folgte er im Herbst 1827 dem Rufe als Hof⸗ und Justizrat in die königl. Landesregierung u Dresden. Bei der Errichtung besonderer Miniserialdepartements im 5 1834 trat F. als Geh. Regierungsrat bei dem Ministerium des Innern ein, wurde aber 1835 als Kreisdirektor mit dem Vorsitz und der Leitung der Provinzialregierung und der 8 mactg war er in Leipzig betraut. Besonders thätig war er für die Reorganisation des Schulwesens und die Ausbildung des Eisenbahnwesens in Sachsen. Im Sept. 184½½4 zum Staatsminister des Innern ernannt, erwarb er sich namentlich in den Teuerungsjahren 1846 und 1847 Verdienste um Abhilfe der drückenden Not. Infolge der Märzbewegungen nahm er 5. März 1848 seine Entlassung und zog sich in das Privatleben zurück, trat jedoch im März 1850 wieder in den Staatsdienst ein und übernahm das Präsidium des Landeskonsistoriums, 1. Febr. 1853 das Ministerium des Kultus und öffentlichen Unterrichts, in dessen Ressort unter seiner Leitung eine Reihe der einflußreichsten Verfügungen und Einrichtungen im Kirchen⸗ und Schulwesen getroffen wurden. Ihm verdankt die Landesuniversität Leipzig die Grundlage 8.1 jetzigen Blüte. Im Kriegsjahre 1866 wurde F. 16. Juni an die Spitze der azur Verwaltung des Landes im Namen des Königs zur Fortführung der vorkommenden Regierungsgeschäfte niedergesetzten Landeskommission v gestellt. Nach der Rücktehr des Königs ubernahm er den Vorsitz im Gesamtministerium. Noch im rühjahr 1871 wurde die erste evang.⸗luth. Landesynode von ihm einberufen, nachdem die Einsetzung von Kirchenvorständen aus freier Wahl der Gemeinden 1868 vorausgegangen und eine bedeutsame Umgestaltung des kirchlichen Verfassungslebens dadurch angebahnt worden war. Ende Sept. 1871 schied F. aus dem sächs. Staatsdienst, übernahm aber unter Beibehaltung des Amts als Ordenskanzler 1. Okt. 1871 die Leitung des Ministeriums des königl. Hauses. Er starb 14. Jan. 1882 in Dresden. Vgl. Petzholdt, Joh. Paul, änene von F. Sein Leben und Wirken nach einen eigenen Aufzeichnungen (Dresd. 1882).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 543Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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