FeedFallati (Johs.)
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Fallati (Johs.), deutscher Nationalökonom, geb. 15. März 1809 zu Hamburg, brachte während der Occupation Hamburgs durch die Franzosen mehrere Jahre mit seinen Eltern in Schwaben und Italien zu, kam 1823 auf das Gymnasium zu Stuttgart und studierte hierauf in Tübingen und Heidelberg die Rechtswissenschaft. Nachdem er einige Jahre im württemb. Staatsdienst thätig gewesen, ward er 1837 Privatdocent der polit. Geschichte und Statistik in Tübingen und 1842 ord. Professor. Im J. 1848 wurde er zum Abgeordneten für die württemb. Kammern und die frankfurter Nationalversammlung gewählt und im Aug. als Unterstaatssekretär des Handels in das Reichsministerium berufen. In der Nationalversammlung gehörte F. dem linken Centrum und zwar der Fraktion des Augsburger Hofs an, die er mit Rob. Mohl und Widenmann im Reichsministerium vertrat. Mit dem ganzen Ministerium Gagern abgetreten, schied er 24. Mai 1849 auch aus der Nationalversammlung. F. beteiligte sich dann an der Vorbereitung der gothaer Zusammenkunft und an dieser selbst, sowie an den spätern Bestrebungen seiner Partei für die Union in Württemberg. Nach Tübingen in seinen frühern Wirkungskreis zurückgekehrt, wurde er 1850 noch zum Oberbibliothekar der Universität ernannt und starb auf einer Reise 5. Okt. 1855 in Amsterdam. Außer der «Einleitung in die Wissenschaft der Statistiko (Tüb. Irüb sind die meisten seiner Abhandlungen in der tübinger «Zeitschrift für gesamte Staatswirtschafto enthalten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 548Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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