Fronto (Marcus Cornelius), röm. Schriftsteller des 2. Jahrh. n. Chr., aus Cirta in Numidien, fand zu Rom als Lehrer der Beredsamkeit vielen Beifall, . ½„ die nachmaligen Kaiser Marcus Aurelius und Lucius Verus und rückte zu den höchsten Ehrenstellen auf. Er war 143 n. Chr. Konsul und starb nach 175. Hochangesehen und hochgestellt, gab F. den Ton an in der Litteratur seiner Zeit, und die Lobsprüche, welche ihm Zeitgenossen und Nachfolger zollten, unterhielten eine hohe Meinung von seiner Beredsamkeit. Indes kannte man früher unter seinem Namen nur die unbedeutende und ihm mit Unrecht beigelegte Schrift De nominum verborumque differentiisv. Als jedoch Angelo Mai einen Teil seiner Schriften, namentlich seines Briefwechsels mit M. Aurel als Thronfolger und Kaiser in einem freilich sehr trümmerhaften Zustande aus einem Palimpsest der Ambrosiana zu Mailand (Mail. 1815; kritische Ausgabe von Niebuhr, Berl. 1816), und einige Jahre nachher aus einem andern Teile desselben Palimpsestes im Vatikan (Rom 1823 u. 1846) veröffentlicht hatte, ergab sich, daß F. zwar ein kenntnisreicher und eifriger Verehrer der ältern röm. Litteratur, aber ein pedantischer und verschrobener Kopf von wenig Geist und ohne Geschmack gewesen ist. Dessenungeachtet sind seine Schriften für die Kenntnis der röm. Litteratur im 2. Jahrh., sowie der Geschichte jener Zeit von Wert. Nach einer neuen Vergleichung von du Rieu ist alles Erhaltene herausgegeben von Naber (Lpz. 1867). Vgl. Mommsen, „Die Chronologie der Briefe des F.v im achten Bande des Hermeso (Berl. 1874).