Frullani (Emilio), ital. Dichter, geb. zu Florenz 1808, studierte die Rechtswissenschaften an der Universität zu Pisa, erhielt darauf eine Anstellung in der königl. Advokatur, nahm thätigen Anteil an den polit. Bewegungen der Jahre 1849 und 1859, wurde 1860 in das ital. Parlament gewählt, gab 1865 als Mitglied des Stadtrats von Florenz die Anregung zur Dante-Feier und starb zu Florenz 24. Okt. 1879. Der frühzeitige Verlust aller seiner Brüder, namentlich aber seiner Gattin, der Marchesa Claudia Bevilacqua, gab seinem Gemüt und seinem dichterischen Genius eine schwermütige Richtung, die ihn zum Meister in der Elegie und zu einem gesuchten Dichter bei Traueranlässen machte. Obwohl er nicht sehr produktiv war, sichern ihm seine Gedichte durch Eleganz und Reinheit der Sprache eine der m Stellen unter den neuern toscan. Lyrikern. Eine Sammlung seiner Gedichte erschien unter dem Titel Versis (Flor. 1863; 2. Aufl. 1865), wozu später eine zweite: Nuovi versis (Flor. 1874), kam. Mit Gargani gab er das wegen der darin veröffentlichten Dokumente wichtige Werk heraus: Della Casa di Dante. Relazione con documentio (Flor. 1864-6)).