FeedGrulich
ErdkundeBrockhaus 1882

Grulich, Stadt in der böhm. Bezirkshauptmannschaft Senftenberg im östlichsten Boöhmen, nahe der preuß. Grenze, an der Linie Sternberg-Lichtenau der Mährischen Grenzbahn, mit (1881) 2950 E. deutscher Zunge, die neben den städtischen Gewerben sich zumeist mit Feldwirtschaft —— G. ist der Sitz eines Bezirksgerichts und hat eine schöne Pfarrkirche, eine Bürgerschule, eine Fachschule zur Aunnischlern von Bildhauern, Drechslern und unsttischlern, das Töchterpensionat Maria mag. Herb der ehemaligen berliner Ursulinerinnen, zwei ierbrauereien, eine Dampfbrettsäge und lebhafte Hausindustrie (Baumwollweberei und Holzschnitzerei). Der nahe Marienberg enthält ein vom nachmaligen königgrätzer Bischof Johann Tobias Becker 1696 gegründetes Servitenkloster, seit 1883 an den Orden der Redemptoristen übergegangen, mit einer dieser Höhe erstreckt sich über die Grafschaft Glatz zum Riesengebirge, ber einen großen Teil des östl. Böhmen und das angrenzende Mähren. Seit 1648 gehört die Herrschaft G. zum Fideikommiß der Grafen von Althann.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 551Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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