Fyzabad, s. Faizabad. E2., in der Musik Abkürzung für forzando (s. d.). deutsche g entspricht dem Gesetze der Lautverschiebung gemäß einem ursprünglichen indogerman. gh, und korrespondiert daher in urverwandten Worten mit griech. X, 3. B. gotisch staiga (ich asteige y) und reiio, dessen Wurzel im Sanskrit stigh lautet. ebenfalls G) die Benennung und Bezeichnung für die fünfte diatonische Tonstufe oder die achte Saite der diatonisch-chromatischen Tonleiter. (S. u. Ton und Tonarten.) Gegen den Grundton Cmacht der Ton G drei und einen halben großen Ton aus. Der Ton E wird durch eine Saite von 7½ der Länge der Saite (natürlich von gleicher Stärke, Dichtigkeit „und Spannung) erzeugt, welche den Grundton gibt; er steht also zu Cim Schwingungsverhältnis 32 (reine Quinte). In der Notenschrift dient das eingestrichene Gals Schlüsselton; das diesen Ton anzeigende Zeichen (60 6- oder Violinschlüssel, ital. chiave di sol genannt, steht auf der zweiten Linie (in Frankreich bisweilen auf der ersten Linie). Als Abkürzungszeichen steht G und g in röm. Inschriften, Handschriften u. s. w. für Gajus, gens u. s. w.; auf Kurszetteln für Geld oder Gesucht im Gegensatz zu B (Brief oder Angeboten, s. Kursz)); in der Heraldik für Gold. Auf deutschen Reichsmünzen bezeichnet den Münzort Karlsruhe, auf ältern preußischen: Stettin, auf ältern österreichischen: Nagy-Banya (in Oberungarn), auf schweizerischen: Genf, auf ältern französischen: Poitiers. Als Zahlzeichen stand 6 bei den Römern für 400, 6 für 400000; bei den Griechen für 3 und „ für 3000. Ga, chem. Zeichen oder Symbol für Gallium. Ga. ist die offizielle Abkürzung für den nordamerikanischen Staat Georgia. Gäa oder Ge (grch.), lat. Tellus oder Terra, d. h. die Erde, entstand nach der Hesiodischen Theogonie zuerst nach dem Chaos. Sie gebar ohne Gemahl aus sich selbst den Uranos (Himmel), die Gebirge und den Pontos (Meer); hierauf von Uranos befruchtet, die 12 Titanen und Titaniden (den Okeanos, Köos, Krios, Hyperion, Japetos, die Theia, Rheia, Themis, Mnemosyne, Phöbe, Tethys und als letzten den Kronos), die Cyklopen und die Hekatoncheiren (die Hundertarmigen). Da Uranos aus Mißtrauen jedes dieser Kinder gleich nach der Geburt einkerkerte, gab sie ihrem Sohne Kronos eine eiserne Sichel (Hippe), womit dieser seinen Vater entmannte. Sie selbst, durch die auf sie dabei niederfallenden Blutstropfen befruchtet, gebar die Erinyen, Giganten und melischen Nymphen, später gebar sie ihrem Sohne Pontos den Nereus, Thaumas, Phorkys, die Keto und Eurybia. Über Kronos, der seine Kinder verschlang, ebenfalls erzürnt, erdo sie heimlich den Zeus, den Sohn ihrer Tochter Rhea, dem sie, als er erwachsen, zum Throne des Kronos verhalf. Im Kultus erscheint sie besonders in Attika als mütterliche Pflegerin alles Wachsens und Gedeihens und führt daher den Beinamen Kurotrophos (die Kinderernährende); an manchen Orten galt sie auch als prophetische Göttin, wie z. B. in Delphi, wo sie die älteste Vorsteherin des Orakels gewesen sein soll, und in Olympia. In einigen griech. Vasengemälden erhebt sie sich halb aus der Erde, um den kleinen Erichthonios (s. d.) zu überreichen; auf spätern Denkmälern findet man sie gewöhnlich sitzend oder gelagert mit Früchten, Knde dan Kindern, öfter auch mit einem ruhenden Kinde daneben. Vgl. Stark, De Tellure deae (Jena 1866). Auch in Rom wurde die Erdgöttin als Tellus oder Terra (mater) verehrt, gewöhnlich mit Ceres zusammen, doch auch allein. Bald nach 268 v. Chr. wurde ihr ein Tempel erbaut. Eine neuerdings gefundene vollständig erhaltene Adicula (ein Kapellchen in Form einer Nische) zeigt die Göttin, welche in der Inschrift Mutter Erde (Terra mater) genannt wird, thronend mit Seepter und Schale in den Händen und mit Ahrenkranz und Schleier. Gäa ist in neuerer Zeit auch häufig der Titel von Werken, welche die Versteinerungen, Fossilien u. s. w. eines Landes behandeln. Gaabense, Ort auf der Nordküste der dän. Insel Falster, Amt Maribo, Überfahrtsort nach Vordingborg auf Seeland. Gaäl(Joseph), ungar. Schriftsteller, geb. 12. Dez. 1811 in Nagy-Käroly, absolvierte seine Studien in seiner Vaterstadt, in Szathmär und Pest, und trat bei der ungar. Statthalterei in Dienste, widmete sich 1aber mit Vorliebe schriftstellerischen Arbeiten. Im „Revolutionsjahre war er Konzipist im Finanzministerium, 1849 im Stabe des Generals Damjanich; .1850 wurde er in Arad zur Festungsstrafe ver1furteilt. Nach seiner Freilassung wirkte er als Er⸗ „zieher bei der gräflichen Familie Csekonies und starb 28. Febr. 1866. G. trat 1836 mit seinem fhistor. Roman «Szirmay Ilonas (4Helena Szirmayo, 2 Bde., Pest 1836) auf und schrieb außer diesem noch zahlreiche Novellen und Erzählungen, auch Dorfgeschichten für verschiedene Zeitschriften. Doch bald wandte er sich dem Drama zu: A kiraly Ludasond (Der König in Ludaso, Lustspiel, Pest 1837), „Szerelem és Champagneio (& Liebe und Champagnerr, Lustspiel, Pest 1839), Eesédi tundéro (& Die Fee von Cesedo, Lustspiel, Pest 1839), Lustspiel, Pest 1840), «Két Julia (Die beiden Julieno, Lustspiel, Pest 1841), & vén saso (Der alte Adlery, Posse, Pest 1844). Den meisten Erfolg hatte seine Posse A peleskei notäriuso (Der Notar von Peleskav, Ofen 1843), die humorvolle Dramatisierung eines schon 1790 von Gvadänyi (s. d.) bearbeiteten Stoffs, welche eins der beliebtesten ungar. Repertoirestücke geblieben ist. G. wirkte 1840—43 auch als Feuilletonist beim Kossuthschen „Pesti Hirlapo (Pester Zeitunge) und redigierte 1848 das Journal «Der 15. Märzy. Er war seit 1837 Mitglied der Akademie, seit 1843 der Kisfaludy-Gesellschaft. Seine novellistischen Werke gab Franz Badics (3 Bde., Pest 1880 —82) heraus. Einige seiner dramatischen Arbeiten sind bloß handschriftlich erhalten. Seine poetische Erzählung & haramja szerelemo (Die Liebe des Räubers wurde 1842 von der Kisfaludy-Gesellschaft mit Lob ausgezeichnet. G. ist durch gesunden Humor und lebendige Charakteristik des ungar. Volkslebens ausgezeichnet. Gaard, in Dänemark ein Gehöft, Landgut. Gaarden (Dorfgarten), Dorf in der preuß. Provinz Schleswig-Holstein, Kreis Plön, am Südende des kieler Hafens, steht mit der 3 Km entfernten Stadt Kiel durch eine stündlich sechsmalige Dampfschiffahrt in Verbindung und zählt (1880) 8026 meist prot. E., während es 1866 kaum 800 E. zählte. Den großen Aufschwung verdankt G. der 1868 erfolgten Anlegung zweier Schiffswerften, von welchen die eine kaiserlich ist, die andere der Norddeutschen Schiffbau-Aktiengesellschaft gehört. Außerdem sind Bierbrauereien, eine Dampfmühle und Brotfabrik und die Dampfziegelei Thonberg vorhanden. In der Nähe liegt die Privatirrenanstalt Hornheim. Nach Fertigstellung der kieler Landbefestigungen sollen sämtliche Marineetablissements Kiels nach G. verlegt werden. Gaarschaum, s. Garschaum. Gaba oder Geba, israel. Stadt im Stammgebiete Benjamin, zwischen Michmas und Rama, 7—8 km im NYO. von Jerusalem auf der Straße dahin gelegen, ist bekannt aus der Geschichte der Könige Saul und David. Später war es Grenzstadt des Reichs Juda und Levitenstadt. G. ist das heutige Dscheba, ein kleines, halb in Trümmern liegendes Dorf auf einer niedrigen Höhe, mit einem dem Propheten Jakob geweihten Heiligtum. Der Name G. ist schon in alter Zeit öfters mit Gibega (s. d.) und Gibeon (s. d.) verwechselt worden. Gabäler, ein kelt. Volk in dem durch Augustus bntum h Aquitanien. Ihre Hauptstadt hieß Anitum lijetzt Antérieuxr). Das Land der G. war das Quellengebiet der Flüsse Elaver und Oltis (eetzt der Distrikt Gevaudan oder das Depart. Lore), lag südlich von dem der Arverner, und das Ik betrieb Bergbau, namentlich auf Silber, und starke Viehzucht. Gabanholz, s. Camwood. Gabardan (auch Gavardan), im Mittelalter eine kleine franz. Vizegrafschaft in der Gascogne, im jetzigen Depart. Landes, mit dem Hauptorte Gabarret, 46 km im ONO. von Mont-de-Maran, auf einem 147 m hohen, ehemals sumpfigen lateau, mit 900 E. In der Stadt finden sich Auinen eines 1569 durch die Calvinisten zerstörten Klosters, sowie das Haus von Jeanne dAlbret. Gabarre (frz. Gabare, vom span. Gabarra), flaches, breites Segel⸗ und Ruderschiff von geringem Tiefgang, welches auf Flüssen und in Häfen ebraucht wird und auch als Lichterschiff dient; in anz. Häfen auch soviel wie patache (Patasche, Wachtschiff). Gabarret, s. unter Gabardan. Gabbro (ursprünglich ein ital. Trivialname) ist eine Felsart, welche aus Plagioklas und Diallag als wesentlichen Gemengteilen besteht. Der verhältnismäßig breitgestreifte, häufig nach zwei Zwillingsgesetzen ausgebildete Plagioklas (meist der basische Anorthit oder Labradorit) ist grau oder bläulichviolett und enthält gewöhnlich zahlreiche mikroskopische Interpositionen, schwarze Nädelchen und Körnchen, braune Täfelchen, Flüssigkeitseinschlüsse u. s. w. Der die Räume zwischen diesen Feldspaten ausfüllende Diallag bildet zuweilen größere, unregelmäßig begrenzte tafelartige Individuen, welche mit ihren charakteristisch schillernden Spaltungsflächen manchmal streckenweise alle parallel gelagert sind. Zu diesen Mineralien gesellt sich meistens Magnetit und Titaneisen nebst Apatit. Viele Vorkommnisse führen auch Hypersthen oder Enstatit und Bronzit; sehr häufig tritt auch etwas Hornblende ein, welche vielfach den Diallag rahmenartig umgibt, wie dies auch von den rhombischen Gliedern der Pyroxengruppe geschieht, wobei alsdann die Vertikalachsen der beiden Mineralien zusammenfallen. Biotit und Rutil erscheinen als fernere accessorische Gemengteile, Quarz nur äußerst selten. Neben diesem so zusammengesetzten eigentlichen G. unterscheidet man noch den Olivingabbro, welcher außer dem Plagioklas und Diallag noch dunkelschmutziggrünen Olivin, oft in teilweise serpentinisiertem Zustande, als wesentlichen Gemengteil enthält. Diese Gesteine sind vielfach mit Serpentin vergesellschaftet, welcher wahrscheinlich aus ihnen hervorgegangen ist. In noch andern G. 6. B. von Wurlitz bei Hof, Wörgl in Tirol, Rauris in Salzburg, Marmels in Graubünden, Corsica) ist der Plagioklas durch Saussurit (. d.) ersetzt, der Diallag in die grasgrüne Hornblendevarietät Smaragdit umgewandelt. Die Struktur aller dieser G. ist eine durchaus krystallinische, ohne eine Spur von einer amorphen Basis. Der Kieselsäuregehalt schwankt meist um 50, die Menge der Eisenoxyde beträgt 815⁵, die des Kalks 9—12 Proz., unter den Alkalien waltet das Natron vor. Fundpunkte typischer olivinfreier und olivinführender G. sind unter andern: Gegend von Volpersdorf und Neurode in Schlesien, Nadauthal und Harzburg im Harz, Penig in Sachsen, Wolfgangsee bei Ischl, La Prese im Veltlin, Piemont, Elfdalen in Schweden, Bergenstift in Norwegen, Hebrideninseln Mull und Skye, Grönland. Der G. erscheint zumeist in mächtigen Stöcken und Lagern, welche gewöhnlich den krystallinischen Schiefern eingebettet sind und, wie es scheint, keine eruptiven Lagerungsverhältnisse aufweisen, sodaß sie größtenteils als gleichzeitige Bildungen 1der müssen. Außer diesen alten G., welche Glieder der archäischen Formation darstellen, gibt es aber z. B. in Italien (Golf von Genua, Gegend von Pisa und Florenz) und Kroatien eigentümliche andere, ganz bedeutend jüngere, welche als entschiedene Eruptivgesteine die Kreide und untern Tertiärschichten durchsetzen, und dennoch mit den ersterwähnten petrographisch ganz übereinstimmen. Gabel ist zunächst die Bezeichnung für einen in zwei Spitzen auslaufenden Stiel, dann für ein Gerät oder Werkzeug mit zwei oder drei Spitzen, Zinken oder Zacken, insbesondere ein solches zum Aufstechen oder Festhalten von Speisen beim Essen. Im Altertum wurden die Speisen zerlegt aufgetragen, sodaß die Gabel wohl zum Aufgeben derselben in der Küche wie auch zum Vorschneiden und Vorlegen gebräuchlich waren, aber nicht beim Essen. Hier bediente man sich vorzugsweise der Finger und außerdem des Löffels. Später wurden zu dem Zwecke auch kleine Stäbchen eingeführt. Die erste Erwähnung der G. findet sich bei Pier Damiani (gest. 1072), welcher von ihr als einer durchaus neuen Sache berichtet, und sagt, daß eine byzant. Prinzessin diese Neuerung nach Venedig gebracht, wo man indessen dies Instrument als Zeichen der Verweichlichung angesehen habe. Im J. 1360 erscheint die G. in Florenz, aber damals noch als wenig gebräuchlich, auch war sie bis zu Anfang des 16. Jahrh. in Frankreich und Deutschland und bis zum Anfang des 17. Jahrh. in England, wie noch gegenwärtig in Spanien, im Innern Rußlands, in China und anderwärts sehr selten. Man hielt sie für einen überflüssigen Luxusartikel, weshalb denn auch bei ihrer ersten Einführung in Frankreich im Kloster St.⸗Maur ernstliche Streitigkeiten über ihren Gebrauch zwischen den ältern und jüngern Brüdern ausbrachen und in mehrern Klosterordnungen Verbote derselben sich befinden. Gabellfrz. fourchette, épinglier, encoche; engl. fork, heck, gab), im allgemeinen ein Werkzeug, das zwei oder mehr Spitzen (Zinken) an einem gemeinschaftlichen Stiel besitzt; am Spinnrad soviel wie Flügel; in der Uhr derjenige Teil, durch welchen der Anker mit dem Pendel zusammenhängt; bei Dampfmaschinen, welche umgesteuert werden können, der halbkreisförmige Ausschnitt der Excenterstange. Gabel (slaw. Jablonné), Stadt und Sitz einer Bezirkshauptmannschaft im nördl. Böhmen, nahe der sächs. Grenze, mit (1881) 2583 C. deutscher Zunge, liegt an der Straße von Prag nach Zittau und unterhält eine regelmäßige Postverbindung mit der 15 km entfernten Haltestelle Weißkirchen der königl. Sächsischen Staatsbahn. Die Bewohner befassen sich neben den städtischen Gewerben vornehmlich mit Feldwirtschaft und Viehzucht, was sowohl durch die Boden⸗ als Verkehrsverhältnisse begünstigt wird. Die größere Industrie ist durch mehrere Baumwollwarenfabriken und ein Brauhaus vertreten. Sehenswert sind die sog. Kataomben, d. h. die Grufte unter der Pfarr⸗ und ehemaligen Dominikanerkirche, sowie das gräfl. Pachtasche, im Rokokostile erbaute Schloß Neu-Falkenburg. Die Stadt ist alt, war im 13. Jahrh. Befitz des mächtigen Geschlechts Berka von Duba und soll schon um 935 durch die Schwester des Herzogs Wenzel (des Heiligen) Mauern erhalten haben. In den preuß. Kriegen des 18. Jahrh. wurde G. hart mitgenommen; 1813 drang Napoleon bis hierher, wurde aber durch den Verlust der Schlacht bei Kulm zur Rückkehr veranlaßt.