FeedGabillon (Ludw.)
GeschichteBrockhaus 1882

Gabillon (Ludw.), geb. 16. Juli 1828 zu Güstrow in Mecklenburg, ging nach absolviertem Gymnasialkursus in Rostock auf die Bühne, war dann am Hoftheater in Oldenburg, später in Schwerin, Kassel und Hannover engagiert. Seit Okt. 1853 gehört G. dem wiener Burgtheater an, seit 1875 als Regisseur. G. ist ein hervorragend begabter Charakterspieler, dessen Darstellungen sich durch urwüchsige Kraft, kernigen Realismus und natürlichen Humor auszeichnen. Caligula im „Fechter von Ravenna », Hofmarschall Kalb, Tronje Hagen in Hebbels Nibelungenv gelten als seine besten Leistungen. — Seine zweite Gattin Zerline, geborene Würzburg, geb. 18. Aug. 1835 in Güstrow, debütierte 1850 auf dem hamburger Thaliatheater und wurde nach dreijährigem Engagement an diesem Theater im Okt. 1853 für das Burgtheater in Wien engagiert. Sie spielte hier in den ersten zehn Jahren hochtragische Rollen, ging dann in das Fach der Salondamen und Charakterrollen über und nimmt in dieser Richtung einen hohen Platz ein.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 442Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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