FeedGabirol
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Gabirol (Salomo ben Juda, arab. Abu-Ajub Suleiman ben Jachja ibn Gabirol), hervorragender jüd. Dichter, geb. um 1020 in (Cordova oder) Malaga, lebte später in Saragossa und starb um 1070. Von seinem Leben ist sehr wenig bekannt. Unter seinen zählreichen religiösen Dichtungen ist die umfangreichste das Keter Malchuto (Königskroney), in welchem sich die Wissenschaft seiner Zeit und die Grundgedanken des Judentums zusammenfinden. Dasselbe ist von Michael Sachs, Leopold Dukes und Leopold Stein in das Deutsche übertragen worden. Außer den poetischen Arbeiten G.s waren schon früher seine Spruchsammlung Mibchar ha-Peninimo (Perlenauswahlo) und seine ethische Schrift Tikkun Middoh ha-Nefescho bekannt, beide arabisch verfaßt und von Juda Tibbon in das Hebräische übersetzt. Seine eigentliche Bedeutung als Philosoph ist erst in neuerer Zeit bekannt geworden, da man in ihm den von den Scholastikern oft genannten Avicebron oder Avencebrol, Verfasser des Fons vitaev erkannte. Von dem wie es scheint nicht mehr vorhandenen arab. Original hat man eine lat. übersetzung aufgefunden; ein hebr. Auszug unter dem Titel Mekor Chajimo ist mit franz. Übersetzung von Salomo Munk herausgegeben worden. Vgl. Geiger, Salomo G. und seine Dichtungen» (Lpz. 1867).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 442Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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