FeedEduard III.
GeschichteBrockhaus 1882

Eduard III., König von England, 1327—77, der Sohn und Nachfolger des vorigen, geb. 13.Nov. 131²2 Windsor, stand während seiner Minderjährigkeit unter der Vormundschaft seines Oheims Edmund von Kent und nach dessen Hinrichtung unter derjenigen des Roger Mortimer, zu welchem seine eigene verbrecherische Mutter hielt. Bald aber machte er sich von diesem los, brachte ihn 1330 in seine Gewalt und ließ ihn hinrichten. Dann stellte er 1333 die engl. Oberherrlichkeit in Schottland wieder her, welche Mortimer preisgegeben hatte. Nach dem Tode seines kinderlosen Oheims, König Karls IV. von Frankreich, machte er als Enkel Philipps des Schönen Ansprüche auf die franz. Krone, und obschon das franz. Parlament wegen des sog. Salischen Gesetzes die Krone Philipp VI. von Valois übertrug, nahm er doch Wappen und Titel eines Königs von Frankrei an. Nach langen desfallsigen Verhandlungen kam es zum Kriege, in welchem Philipp VI. seine ganze Flotte im 10 von Sluys (24. Juni 1340) einbüßte. Ein Landheer, das E. mit großen Kosten zusammengezogen, mußte er jedoch gleich wieder aus Mangel an Geld entlassen. Erst nach einem mehrjährigen Waffenstillstand wurden die Feindseligkeiten auf ntend Boden eröffnet, aber anfänglich ohne bedeutende Erfolge. Die Schlacht bei Crecy 26. Aug. 1346, in der beide Herrscher persönlich befehligten, verlieh endlich den Engländern einen vollständigen Sieg; kurze Zeit nachher wurde auch von E.s Gemahlin Philippa der schott. König David bei Nevileroß geschlagen und gefangen, und im Jahre darauf Calais genommen. In den Verhandlungen, die nun Papst Clemens VI. eröffnete, erklärte sich E. zur Aufgabe seiner Ansprüche bereit, wenn Frankreich auf die Oberherrlichkeit der Länder verzichten wollte, die er und seine Gemahlin als franz. Lehne besaßen. Da nicht nur Philipp, sondern auch sein Nachfolger König Johann diesen Vorschlag Itmente griff E. wieder zu den Waffen. Er selbst mußte 1355 Frankreich, wo er auf einem Streifzuge begriffen war, verlassen, um die eingefallenen schredl zu züchtigen, deren Gebiet er auf eine so schreckliche Weise verwüstete, daß seine That Wuenddesen im Andenken des Volks blieb. Währenddessen war sein Sohn Eduard (s. d.), der Schwarze Prinz, von Bordeaux aufgebrochen und hatte 19. Sept. 1356 das franz. Heer in der Schlacht bei Poitiers oder Maupertuis gänzlich geschlagen und den König Johann gesangen genommen. Das franz. Parlament bewilligte weder das ungeheuere Lösegeld noch die beanspruchte Herausgabe aller alten Besitzungen der engl. Könige; E. ging daher 1359 mit einem großen Heere wieder über den Kanal, drang bis Rheims vor und erschien im folgenden Jahre vor Paris, dessen Vorstädte er niederbrannte. Die schlechte Beschaffenheit seines Heers zwang ihn jedoch, nach der Bretagne zurückzugehen. Im Friedensvertrage vom 8. Mai 1360 verzichtete E. auf die franz. Krone und auf alle Eroberungen, mit Ausnahme von Calais und Guines; dagegen sollte er Guienne, Poitou, die die Sunm Ponthieu mit voller Souveränetät und die Summe von 3 Mill. Goldkronen als Lösegeld für den König erhalten. Dieser Vertrag wurde aber weder von Johann noch von dessen Sohne Karl V. vollzogen. Die Er-Hiantelt ue und Altersschwäche E.s und die Kränkichkeit seines Thronfolgers, des Schwarzen Prinzen, verhinderten indes die energische Fortsetzung des Kriegs. Die Engländer unternahmen zwei Jahre hindurch Streifzüge durch die franz. Provinzen, verloren aber allmählich alle festen Plätze bis auf Calais, Bordeaux und Bayonne. E. starb aus Gram darüber und über den Tod des Schwarzen Prinzen 21. Juni 1377 zu Shene. Seine ehrgeizigen Entwürfe und seine Willkür hatten dem engl. Volke Wunden geschlagen, die sein +* womit er die Hebung der Industrie und des Handels betrieb, nicht heilen konnte. Doch erwarb er sich das Verdienst, Recht und Gesetz gegen die übermütigen Barone zu befestigen. In seinem Privatleben war er sittenlos; eine seiner Maitressen war die Gräfin von Salisbury, die ihm, der Sage nach, Veranlassung zur Stiftung des Hosenbandordens (s. d.) gab. Vgl. Longman, KThe histoxy of the life and times of E. the thirdo (2 Bde., Lond. 1869).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 764Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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